Wartburg

  • Ein schöner Rücken kann auch entzücken! Oder: "Zwölfer" unter sich. Wenn man nur so genau wüsste, ob das Wartburg-Heck ein 311 oder 312 ist...
    Foto: Oldtimerreporter.Haehnel


    Ja, er darf als Ikone des Automobilbaus gelten. Und ja, eine ganze Weile hatte er auch mehr oder mindestens genau so viel zu bieten, wie die kapitalistische Konkurrenz. Die Rede ist vom Wartburg 311.
    Begonnen hatte alles mit der Gründung der Fahrzeug-Fabrik Eisenach am3. Dezember 1896 durch den Industriellen Heinrich Ehrhardt.
    1898 rollte der erste Wartburg-Motorwagen vom Hof. Damit war der Betrieb erst das vierte Unternehmen in Deutschland, das Autos baute. Und ein Jahr später wurde sogar ein Wartburg-Motorrad angeboten. Aus Wartburg wurde 1904 DIXI – eine Marke für repräsentative Automobile.Aus dem DIXI 3/15 – einem Austin-Lizenzbau – wurde nach der Übernahme durch die Bayern der BMW 3/15.
    Bis 1941 verließen bekannte Typen vom BMW 315 bis BMW 328 das Werk.
    Und wieder musste die PKW-Produktion eingestellt und kriegswichtige Flugzeugmotoren hergestellt werden.  Als Rüstungsbetrieb wurde das Eisenacher BMW-Werk in den letzten Kriegsmonaten durch Luftangriffe bis zu 60% zerstört. In dieser Zeit konnten aber wertvolle Maschinen gerettet und entfernt eingelagert werden.Nach dem Krieg wurde neben der Produktion von Kochtöpfen, Kohleneimern, Briefkästen und Leiterwagen, der BMW 321 bis 1950 hergestellt.
    Weiter ging es bis 1955 mit dem bekannten BMW 340, der zwischendurch in EMW (Eisenacher Motorenwerke) umbenannt wurde. Auslöser war ein Markenstreit mit dem ehemaligen bayrischen Mutterwerk gewesen. 1953 folgte die endgültige Umbenennung in AWE (Automobilwerke Eisenach). Aus Viertaktern wurden Zweitakter, die IFA F9-Produktion (ehemals DKW) zog von Zwickau nach Eisenach um.Aber heimlich wurde...

  • Aufgereihte Wartburg-Geschichte: Vorn die 1.3-Limousine mit den ab Werk lieferbaren Leichtmetallfelgen. Dahinter die nur rund 900 mal gebaute Pick-Up-Version "Trans".                                                                                     Foto: Klaus Nahr


    Das letzte Aufbäumen der Automobilwerke Eisenach, der Wartburg 1.3, wird 30. Dabei ist seine Historie voller interessanter Details: So gehört das Werk unter der Burg zum erlesenen Kreis deutscher Autobauer, die schon vor der Jahrhundertwende Kraftfahrzeuge produzierten.
    1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach (FFE) von Heinrich Ehrhardt gegründet. Dieser hatte gerade einen Großauftrag der preußischen Militärverwaltung an Land gezogen, der die Kapazitäten seiner zwei bereits existierenden Standorte deutlich überstieg. So wurde in Eisenach mit einem Stammkapital von 1,5 Millionen Mark ein drittes Werk gegründet: die FFE. Nach verschiedener Militärtechnik sowie Fahrrädern wurde bereits zwei Jahre später der erste Motorwagen produziert: eine Lizenz der französischen Zweizylinder-Voiturelle „Decauville“.
    Ab 1904 liefen die Wagen aus Eisenach unter dem Namen Dixi. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten wirtschaftlich schwierige Zeiten, weshalb die neuen Dixi eher Kleinwagen-Format hatten. Das Unternehmen litt jedoch weiter unter der Weltwirtschaftskrise, letztendlich übernahm BMW 1928 die Fahrzeugfabrik Eisenach. Der Dixi hieß nun BMW,  und ab 1933 startete BMW dort die Produktion der 3er Reihe, vom 303 über den berühmten 328 bis hin zum 335, später kamen auch die blau-weißen Motorräder aus Eisennach.
    Nach dem Krieg befand sich...

  • Endlich ist es soweit. Wartburg Willy wird in die neue Welt verschifft. Er und die Besatzung Jörg Tissat und Arnold Schneider werden am 30. April um 14 Uhr nach über vier Jahren Vorbereitungszeit vor dem Potsdamer Rathaus hochoffiziell von Bürgermeister Jann Jakobs verbschiedet. Zwei Tage später geht's für Willy in Bremerhaven an Bord. Und einen runden Monat später folgt die Besatzung, um dann Kurs auf Potsdam zu nehmen. Richtig gelesen.
    Gemeint ist aber das Potsdam im US-Bundesstaat New York nahe der kanadischen Grenze im Landkreis St.Lawrence County, das rund zehnmal kleiner als "unser" Potsdam ist. Im Gepäck hat das Team natürlich einige Souvenirs als Gruß aus dem "richtigen" Potsdam. Gute Reise!

  • Über die "Toppen geflaggt". Wartburg Willy scharrt schon mit den "Hufen".
    Fotos: Oldtimerreporter.Haehnel


    Berlin-Lichtenrade. Wartburg in den USA? Ein ur-sozialistisches Gefährt im Heimatland des Kapitalismus?? Geht doch gar nicht! Geht doch!
    Da ist sich Jörg Tissat, der Initiator der US-Tour sehr sicher. Denn er will mit zwei Freunden und „Willy“ dieses Abenteuer im August 2016 angehen! Willy ist übrigens eine Wartburg-311-Camping-Limousine.

    Und Tissat ist keinesfalls der Erste, der mit dem Zweitakter aus Eisenach die „neue Welt“ erobern will. Das hat vor ihm schon Willy Witkin getan. Und zwar mit gleich 1215 Wartburg, die er in Eisenach zusammengekauft hatte und dann nach Übersee exportierte.

    Der US-Autohändler war 1958 bei einem Besuch der IAA so begeistert von dem Ostgefährt aus Tühringen, dass er sicher war, die Autos prima im Land der automobilen Dickschiffe absetzen zu können. So wird die Tour...