M-Power mit 315 PS unter Palmen. Foto: Ernesto Andrade


„Schnell – solide – handlich“ titelte Auto-Bild Anfang 1988 über den neuen 5er. 30 Jahre ist das tatsächlich schon her, und damit erreichen die ersten BMW E34 das Oldtimeralter. Im Januar 1988 wurde er der Presse vorgestellt. Zunächst nur als Limousine, aber bereits mit einer breiten Motorenpalette: vom 520i mit 129 PS aus 2 Litern über den 535i mit 211 PS aus 3,5 Litern bis zum Alpina B10 und M5. Letzterer lieferte sportliche 315 PS aus 3,5 Litern. Dabei debütierte die zeitlose Optik des E34 grundsätzlich schon zwei Jahre früher, im 7er BMW von 1986.
Besonderes Augenmerk hatte Ex-Zagato-Designer Ercole Spada der Aerodynamik gewidmet, im Vergleich zum Vorgänger konnte der Wert um 18% reduziert werden, wodurch im Gegenzug sämtliche Benziner die 200 km/h-Marke knackten. Ebenfalls neu waren die geklebten Front- und Heckscheiben. Hierdurch wurde eine höhere Steifheit erreicht. Die M20- und M30-Motoren waren bereits im Vorgänger sowie im 3er erprobt. Der Motorenkatalog wurde ...

...später sowohl nach oben wie nach unten erweitert und überarbeitet, es kam ein Kombi (der Touring) hinzu, zudem gab es erstmals einen 5er mit Allrad. 
Schwachstellen
Zunächst die gute Nachricht: die Karosserie ist teilverzinkt. Dann die schlechte: Ab 1993 hat BMW Lacke auf Wasserbasis verwendet. Daher ist bei älteren Baujahren mit besserem Blech zu rechnen. Problematisch sind außerdem der eingeklebte Tankstutzen sowie die Ölpumpe bei den 8-Zylindern. Vorsicht ist auch bei getunten Fahrzeugen geboten: Hier hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufhängung stark gelitten. Bei Außendienst-Langläufern sind oft die Kraftstoff-und Bremsleitungen korrodiert. Ein absolutes No-Go ist Rost rundum die Kunststoffbuchsen an vorderen Längsträger. An dieser Stelle befindet sich die Befestigung des Vorderachsrahmens.

Obwohl im E34 schon reichlich Elektronik verbaut ist, haben die Liebhaber der E34-IG für vieles noch DIY-Lösungen finden können, sodass diese 5er noch lange auf deutschen Straßen zu sehen sein werden.
Preise
Abgesehen von den M- und Alpina-Modellen, die sich bei Note 2 zwischen € 20.000 und € 40.000 bewegen, hat die Liebhaberszene den E34 noch nicht für sich entdeckt. Noch bekommt man Note-2-Exemplare für um die € 5.000, die Note 3 liegt gar im unteren vierstelligen Bereich. Da lohnt es sich, mit etwas Geduld nach einem gepflegten Exemplar Ausschau zu halten, dann steht jahrelanger Freude am Fahren nichts im Wege.

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