Udo Müller und Paul Wodak gehören zu den Machern beim MC Blütenstadt. Fotos(2): Oldtimerreporter.Fröhlich


Udo Müller ist kein Mann von ausschweifenden Reden und großem Palaver. Kurz und präzise beantwortet der Alt-Chef und Gründer des MC Blütenstadt die Fragen zu den frühen Jahren des Vereins. Wie sie – Anfangs mit 20 Mitgliedern - die alte, baufällige Obstannahmestelle in Glindow zum Museum ausbauten. Wie dies 1987, in der Vorwendezeit, nur möglich war durch Udos Arbeitsstelle als Bauleiter eines großen Werderaner Betriebes. Und wie nach der Wende das Bauen einfacher, aber der dauerhafte Museumsbetrieb zur Herausforderung wurde. Spricht’s und wendet sich wieder den Ankömmlingen zu, die für ihn nicht einfach Mitglieder, sondern Kameraden sind. Jeder wird ausführlich zur bevorstehenden Ausfahrt begrüßt.
Das hatte Paul Wodak, der heutige Vorsitzende des Vereins, mit dem ich den Termin ausgemacht hatte, bereits herausgestellt. Es geht nicht darum, stets mehr und mehr Mitglieder zu sammeln, sondern vielmehr um die gemeinsame Pflege des Hobbys und um gegenseitige Hilfe bei technischen Problemen oder fehlenden Teilen. Und um die gemeinsamen...

...Ausfahrten, die allerdings nicht auf der Webseite des Vereins bekanntgegeben werden. Gäste bekommen höchstens über eine persönliche Einladung die Möglichkeit, mitzufahren. Übrigens: Jeder Ausfahrt wird von einem anderen Mitglied vorbereitet und durchgeführt. Auch das stärkt den Zusammenhalt.
Wir treffen uns gegenüber dem Deutschen Haus, einer Institution in Glindow. Zumindest bis voriges Jahr, als ein Investor die mäßig laufende Gastwirtschaft mit angebautem Saal kaufte, in dem der Stammtisch der Zweiradschrauber stattfand. Der zweite Rauswurf für den MC. Es soll Wohnraum entstehen, damit lässt sich heute in Glindow viel Geld verdienen.
Der erste war 2012. Der Verein musste die eigentlich traumhaften Museumsräume in der Mielestraße räumen, in die er 1997 voller Optimismus eingezogen war. Die Mega AG hatte die Entwicklung der Havelauen übernommen, und in einem Neubau noch 300 m² beheizte Fläche übrig, die sie den Technikfreunden zur Verfügung stellte. Endlich gab es im Museum auch Fax und Telefon. Die Anzahl der Exponate wuchs auf 60 Fahrräder und ebenso viele Motorräder und wurde ergänzt um weitere Technik, wie einen Sternmotor einer B-24 Liberator, den die Vereinsmitglieder zusammen mit dem Technischen Museum Berlin eigenhändig aus dem Glindower See bargen. Besonders stolz sind die Mitglieder auf ihre vollständige Sammlung der ehemals in Spandau ansässigen Firma D-Rad. Bis auf 500 m² war die Ausstellungsfläche gewachsen, als die Mega AG insolvent und 2012 endgültig abgewickelt wurde. Nun war es vorbei mit dem Museum zum Freundschaftspreis. Die Stadt Werder hatte zu der Zeit gerade ganz andere Sorgen, und die Vereinsmitglieder sahen keine Möglichkeiten, die Exponate anderweitig unterzubringen. So gingen alle an ihre Eigentümer zurück oder wurden verkauft.
Doch das Clubleben ist weitergegangen: Stammtische, Ausfahrten, Besuche anderer Veranstaltungen und natürlich das gemeinsame Schrauben hielten die Truppe zusammen. Inzwischen hat auch die Stadt Werder das touristische Potential der Schmuckstücke, die zur Zeit noch in den Privatgaragen der Vereinsmitglieder stehen, (wieder-) entdeckt. Zusammen mit dem Vorstand werden aktuell mögliche Räume für das Museum geprüft.
Seit diesem Jahr zeichnet der MC Blütenstadt auch verantwortlich für die Organisation der Werder Classics, dieses Jahr am 26. und 27. Mai. Bisher von einer Privatperson getragen, übernimmt jetzt der Verein und damit ein aus fünf Personen bestehender Vorstand die Organisation des beliebten Treffens auf der Werder-Insel.        
Zur Entlastung der Anwohner wird die Hauptbühne dieses Jahr an der Regattastrecke liegen, ansonsten bleibt das Erfolgsrezept unverändert. Auch Die Herren von der Tankstelle werden sich wieder unters Publikum mischen und für gute Stimmung sorgen. Alle Informationen zur Veranstaltung finden sich hier: http://werderclassics.com/

 

 

 

 

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