120 Jahre Renault

Spätestens alle zehn Jahre werden runde Geburtstage gefeiert. Auch bei Autoherstellern - zumindest bei den traditionsbewussten. Einer der größten Hersteller der Welt, zusammen mit Nissan, ist Renault. Und der feiert in diesem Jahr seinen hundertzwanzigsten – zu Weihnachten.
Wie kaum einem anderen Autobauer gelingt es Renault, einerseits die Massen zu mobilisieren und andererseits immer wieder das Besondere, den Aha-Effekt zu realisieren. Hier der „französische Käfer“ Renault 4CV, der R4, R5 oder der Clio und da der Renault Alpine, der Espace oder der Avantime oder gar die Formel 1. Mit allen hat die „Regie“ immer wieder Automobilgeschichte geschrieben.
Und kaum ein anderer hat derart viel Motorenkompetenz. Selbst bei der Elektromobilität hat Renault die Nase vorn.
Und ganz nebenbei ist der Konzern auch noch LKW- und Omnibushersteller – schon sehr lange.
Seiner Tradition scheint er sich allerdings erst in letzter Zeit so richtig bewusst zu werden. Die „Abteilung“ Renault Classic umfasst eine Sammlung mit mehr als 740 Fahrzeugen, die aktuell als „Wanderausstellung“ bei den diversen Oldtimer-Events agiert, mangels eines „richtigen“ Werksmuseums. Und die virtuelle Ausstellung unter www.renaultclassic.com gibt es auch erst seit 2011.
Für uns ist das Jubiläum natürlich Verpflichtung und Freude, die Firmengeschichte im Laufe des Jahres 2018 aufzublättern.
Viel Spaß dabei!

Ihre Redaktion Oldtimerreporter

1978 stach Renault mit dem 18-er in ein Wespennest. In den Markt der Mittelklasse-Limousinen mit klassischem Stufenheck, der vor allem von Audi, Opel und Ford dominiert wurde. Seit 1970 warb der Ford Taunus um Kunden, ab 1975 der Ascona B von Opel, die 1981 das C-Modell nachschoben.
Exakt im gleichen Zeitraum wie der R18 bot Audi seinen Klassenprimus Audi80 (B2) an. Ein hart umkämpfter Markt also, ohne die anderen Marken erwähnt zu haben. Er hatte es also nicht leicht, der als Nachfolger des R12 gehandelte Neuling.
Wobei auch das nur zum Teil stimmt. Denn er war auch deutlich größer als der R12. Das gleiche Problem hatte der Kunde beim R16-Nachfolger R20. Daher schielten etliche R16-Fahrer auch auf den R18, trotz seines Stufenhecks. Für den praktischen Nutzen war der Kombi „variable“ im Angebot. Am Anfang gab es zwei Versionen, TL/GTL mit 64 PS, TS/GTS mit 79 PS.
Die G-Modelle zeichneten sich durch eine gehobenere Ausstattung aus, wie ...

Edel, edel: Neben der edlen Floride ein edler „Juva-Laster“ von Nina Ricci auf Basis des Lieferwagens Break in einer Renault-Classic-Ausstellung. Dieser Juvaquatre heißt mit dem Dauphine-Motor seit 1956 „Dauphinoise“.                                 Fotos: Renault


Am 18. Februar 1937 erteilte die nationale Straßenverkehrsbehörde in Frankreich die Zulassung für ein Fahrzeug, das es so bei Renault noch nicht gab. Den Renault Juvaquatre, der allerdings erst 1938 tatsächlich in Serie ging. Unzweifelhaft war Louis Renault vom Opel Olympia inspiriert, der 1935 vorgestellt wurde, bzw. vom ein Jahr später lancierten Opel Kadett.
Erstmals wurde bei Renault ein Fahrzeug entwickelt, das eine selbsttragende Karosserie vorzuweisen hatte, und erstmals bekam ein Fahrzeug bei Renault auch eine Einzelradaufhängung. Angetrieben wurde der „Juva4“ von einem 1003 cm³-Motor, Typ 488, der 23 PS mobilisierte.
Die Vorserie Typ AEB1 gelangte nicht in den Verkauf, dieser startete erst mit dem Typ AEB2.

Der R4 war zu Beginn der 70-er Jahre eine DER Familienkutschen - auch in Deutschland. Vater, Mutter und viele Kinder? Kein Problem. Wenn der Platz vorne nicht mehr reichte, gab es ja auch noch den leicht zu beladenden Kofferraum für den Kindertransport.               Foto: Oldtimerreporter.Müller / privat


„Bu…bubu…bubububu…“  Das Quietschen einer Trommelbremse. Eine Hand geht zum Spazierstock am Armaturenbrett und drückt den langen Spazierstock, auch Schalthebel genannt, gefühlvoll ein wenig nach vorne. Pause. Die Hand legt den Spazierstock ein wenig nach rechts um. Nächste Pause. Zwischendurch wieder das Quietschen der nicht rechtzeitig gewarteten Trommelbremse. Gefühlvolles Bewegen des Schalthebels nach vorne. Ein leichtes „Klack“ ertönt aus der Richtung des Getriebes. Dazu ein „Plopp“ des Kupplungshebels. Es ist vollbracht.
Der Fahrer des 1970er R4 TL hat soeben vom dritten Gang seines Feuerstuhls in den zweiten zurückgeschaltet. Ja, es ist ein 1970er TL, einer der ganz frühen 34 PS-Modelle. Aber auch bei dem steht das Schaltschema noch auf dem Kopf. Erster Gang : Nach hinten links ziehen. Zweiter Gang : (Mit Gefühl) gerade nach vorne stoßen, immer schön auf die Schaltpausen achten. Sonst knirscht es gerne. Dritter Gang : Schalthebel nach hinten ziehen, im Leerlauf einen Moment warten. Den Hebel etwas...

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