120 Jahre Renault

  • Auch das ist Renault: Ein Pariser Linienbus aus den 30-er Jahren. Foto Oldtimerreporter.Haehnel


    Spätestens alle zehn Jahre werden runde Geburtstage gefeiert. Auch bei Autoherstellern - zumindest bei den traditionsbewussten. Einer der größten Hersteller der Welt, zusammen mit Nissan, ist Renault. Und der feiert in diesem Jahr seinen hundertzwanzigsten – zu Weihnachten.
    Wie kaum einem anderen Autobauer gelingt es Renault, einerseits die Massen zu mobilisieren und andererseits immer wieder das Besondere, den Aha-Effekt zu realisieren.Hier der...

  • Der R4 war zu Beginn der 70-er Jahre eine DER Familienkutschen - auch in Deutschland. Vater, Mutter und viele Kinder? Kein Problem. Wenn der Platz vorne nicht mehr reichte, gab es ja auch noch den leicht zu beladenden Kofferraum für den Kindertransport.               Foto: Oldtimerreporter.Müller / privat


    „Bu…bubu…bubububu…“  Das Quietschen einer Trommelbremse. Eine Hand geht zum Spazierstock am Armaturenbrett und drückt den langen Spazierstock, auch Schalthebel genannt, gefühlvoll ein wenig nach vorne. Pause. Die Hand legt den Spazierstock ein wenig nach rechts um. Nächste Pause. Zwischendurch wieder das Quietschen der nicht rechtzeitig gewarteten Trommelbremse. Gefühlvolles Bewegen des Schalthebels nach vorne. Ein leichtes „Klack“ ertönt aus der Richtung des Getriebes. Dazu ein „Plopp“ des Kupplungshebels. Es ist vollbracht.
    Der Fahrer des 1970er R4 TL hat soeben vom dritten Gang seines Feuerstuhls in den zweiten zurückgeschaltet. Ja, es ist ein 1970er TL, einer der ganz frühen 34 PS-Modelle. Aber auch bei dem steht das Schaltschema noch auf dem Kopf. Erster Gang : Nach hinten links ziehen. Zweiter Gang : (Mit Gefühl) gerade nach vorne stoßen, immer schön auf die Schaltpausen achten. Sonst knirscht es gerne. Dritter Gang : Schalthebel nach hinten ziehen, im Leerlauf einen Moment warten. Den Hebel etwas...

  • Sie hielt sich stets dezent im Hintergrund, wenn andere Verwandte nach sportlichem Lorbeer lechzten. Dabei war sie unverzichtbar in den Fahrerlagern der Alpine- und Renault-Teams. Auch für die Händler und Werkstätten wurde sie bald ein wichtiger Helfer. Foto: Renault


    Man spricht nicht über das Alter von Damen. Aber hier tun wir es. Weil wir gratulieren wollen. Herzlichen Glückwunsch. Der Name des Geburtstagskinds der Familie Renault: Estafette. Geboren wurde sie vor 60 Jahren, 1958. Sie entwickelte sich prächtig und wurde auch schnell äußerst beliebt. Auch wenn sie in jungen Jahren noch etwas schwächlich war. Ihr Motor mit 845 cm³  leistete 31 PS, sie bekam ihn von ihrer Schwester Dauphine.
    Als sie älter wurde legte sie auch an Leistung zu. Eine neue Schwester, R8 getauft, lieh ihr 1962 ihren Motor, der aus 1108 cm³ 42 PS mobilisierte. Eine letzte Vitaminkur verpasste man dem Fräulein-Wunder der Franzosen 1968, da bekam sie den Motor ihrer Schwester R12, der aus 1289 cm³ 45 PS bereithielt. Der Renault-Kenner wird nun aufschreien. 1968? R12? Fehler! Der kam erst 1969. Da hat er Recht, der Kenner. Und doch stimmt es. Denn ein Jahr vor dem Debüt in Frankreich liefen Dacia 1300 in Rumänien vom Band. Bis ins Detail originale R12. Bis zum Motor. Stichwort Dacia: 1975 erschien eine Cousine der Estafette, die baugleiche Dacia D6, die man von 1975 bis 1978 in Osteuropa verkaufte. In Frankreich war...

  • Ziemlich selten im 70-er-Jahre-Orange - die "Heckschleuder" Renault Alpine. Fotos(3): Oldtimerreporter.Müller


    „Wenn einer eine Reise nach Mechernich tut, dann kann er Rhomben zählen…“ So oder so ähnlich könnte die Überschrift für das 23. Oldie – Treffen des Renault-Oldie-Club Eifel e.V.  am Mechernicher Autohaus Hück lauten. Eine Vielzahl von wunderschönen alten, neueren und neuen Rhombusträgern sind auf dem Gelände des Autohauses Hück zu sehen - begleitet von einigen Farbtupfern anderer Marken.  Da summt es in hellen und brabbelt es in bassigen Renault – Tönen, 70er- Jahre – Farben leuchten grell neben den dezenten  Farben der 60er. An verschiedenen Ständen kann der Renault – Fan (und auch der Fan anderer Marken) seinen immer noch nicht gestillten Bedarf an Prospekten, Handbüchern und allerlei seltenen Ersatzteilen befriedigen. Eine Heckleuchte des R8? Kein Problem, in mehreren Ausführungen vorhanden. Der lange gesuchte Peugeot-Prospekt? Auch der findet sich.Der Autor erfreut sich an...

  • Leicht patinös - die "Kreatur d'Automobile" aus Saarbrücken-Gersweiler.
    Fotos: Oldtimerreporter.Gaubatz


    Berus. Ein kleiner Ortsteil der saarländischen Gemeinde Überherrn (Landkreis Saarlouis), direkt an der Grenze zu Frankreich gelegen. Es ist Sonntag, ein Tag, der seinem Namen alle Ehre macht. Die Sonne scheint, angenehme Temperaturen, der Platz des Restaurants Margarethenhof, auf dem das 2. internationale Treffen der Renault IG Saar stattfindet, füllt sich langsam aber sicher mit allerlei mobiler Pretiosen des französischen Traditionsherstellers. Doch dann erscheint ES...
    Zuerst ist ES nur zu hören. Das Geräusch ähnelt nicht etwa dem lieblichen Flöten heimischer Gartenvögel, vielmehr scheint es, als würde ein Panzer den frisch gemähten Rasen umpflügen wollen. Weit gefehlt, denn nun ist ES auch optisch wahrzunehmen. Was da erscheint ist, wenn auch nur noch rudimentär vorhanden, ist ein Renault Colorale in der Version Abschleppwagen. Lebende Tote kennt man ja aus unzähligen Zombie-Filmen, doch ein Auto-Zombie dürfte zu einem neuen Film-Genre inspirieren. À la Driving Dead. Doch die Frage drängt sich förmlich auf: Was soll das? Warum existiert ES? Die Antwort ist schon fast zu einfach. ES ist keine düstere Frankenstein-Fantasie eines Autoschraubers, ES...