"Kastenwagen": Ein deutlicheres "Three-Box-Design" ist kaum möglich.
Fotos: Oldtimerreporter.Gaubatz


Das Konzept kann so verkehrt nicht sein. Sonst hätten nicht auch NSU und Renault ein fast baugleiches Exemplar am Markt lanciert. NSU macht’s 1958 mit seinem Prinzen vor, Simca zieht 1961 nach, Renault komplettiert das Trio 1962 mit dem R8. Und alle drei haben zwei Gesichter. Zum einen das biedere Familienwägelchen, zum anderen der schnaubende Renn-Stier.
Der rasende Schuhkarton, so spöttelten 1970 Fans und Kritiker gleichermaßen beim Anblick des neuen Simca 1000 „Rallye 1“.

Aber versierte Piloten zeigten den Spöttern, wo der Frosch die Locken hat. Denn der kleine Überflieger lehrte schon bald die Konkurrenz das Fürchten. Kein Wunder, denn die Basis für den Giftzwerg bildete seit 1961 die harmlose Straßenversion, der Simca 1000. Bewährte Großserientechnik in einem damals modernen Gewand. Mit seinen anfangs 32 PS, die er aus 944 cm³ schöpfte, kam der kleine Simca ordentlich vorwärts. Und die Herren aus Poissy hegten und pflegten ihren neuen Star.


Hinter dem "Gerippe" werkeln bis zu 103 Pferdchen.


1962 präsentierte Simca das Coupé, 1963 den Simca 900, eine „Geiz-ist-geil“-Variante des 1000. 1965 gabs den rollenden Karnickelkäfig mit Automatik, ab 1966 hörte der 900 forthin auf den Namen Simca 1000L.
In jenem Jahr überarbeitete man auch den Innenraum, und so ging es munter weiter. Der Simca 1000 lieferte sich in seiner Rallye-Version, die in drei Evolutionsstufen entstand, manch heiße Schlacht mit den genannten Mitbewerbern. Sieht man einen Simca 1000, so denkt man unweigerlich auch an R8 und NSU Prinz. Und an viele legendäre Renneinsätze.

 


 

Noch mehr zum Thema Franzosenblech
in unseren Heften! In unserem Kiosk hier...: