Ohne das klassische zeitgenössische Grün würde er nicht Laubfrosch heißen. Apropos Grün: Aktuell sind sich Citroën und Opel wieder grün. Kein Wunder, sind sie doch heutzutage Konzern-Brüder. Foto: Opel/stellantis


Wir alle kennen diese Sprüche und Redewendungen, wie „Das geht auf keine Kuhhaut“ oder „Mach keine Fisimatenten“. Aber woher kommen diese Redensarten? Nun, die Sache mit der Kuhhaut geht zurück auf’s Mittelalter. Damals glaubten die Menschen, der Teufel würde die Sünden auf einer Kuhhaut zählen. Und wenn da nichts mehr draufpasste, dann war der Betreffende ein übler Zeitgenosse. Ähnlich verhält es sich mit anderen Redewendungen auch. Aber was hat es mit dem Spruch „Dasselbe in grün“ auf sich?

Diese Redewendung ist noch gar nicht so alt, noch keine Hundert Jahre. Aber von Anfang an. 1922 präsentierte Citroën seinen Typ C, einen kleinen, wendigen Wagen, der im Laufe seiner Bauzeit in verschiedenen Versionen angeboten wurde. Der von Edmond Moyet konzipierte Wagen wurde anfänglich nur in gelb ausgeliefert, was ihm den Spitznamen „petit Citron“, also kleine Zitrone einbrachte. Das Geniale an der Vermarktungsstrategie: André Citroën setzte als einer der ersten Autohersteller auf die Zielgruppe der Frauen. Sämtliche Werbeplakate und Broschüren zeigten Frauen am Volant des 5CV. In den 1920ern eine Sensation.


Der Typ C in knackigem Gelb. Rund 50 Jahre später waren diese Farben wieder aktuell.
Foto: Citroën / stellantis


Doch 1924 trübte eine Neuerscheinung im deutschen Nachbarland die Freude am Quai de Javel. Opel präsentierte seinen „Laubfrosch“, den Opel 4PS. Mon Dieu! Ein Plagiat des erfolgreichen Citroëns, ohne Zweifel. Citroën klagte, aber die deutschen Gerichte wiesen die Klage ab, immerhin habe der Opel einen anderen Kühlergrill. Und außerdem, der kleine Citroën sei ja nur in gelb erhältlich, der Opel in grün. So entstand der Ausspruch „Dasselbe in grün“. Denn nichts anderes war der kleine Opel. Am Ende zeigte sich der Teutonen-Citroën weit erfolgreicher als das Original. Zwischen 1922 und 1926 wurden rund 83.000 Typ C in Paris produziert, in Rüsselsheim hüpften zwischen 1924 und 1931 knapp 120.000 Laubfrösche aus den Werkshallen.

 


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