Von den Schweizer Alpen in den Pfälzer Wald. Und das auf eigenen Rädern! Und das im Alter von mindestens 36 Jahren!
Fotos: Oldtimerreporter.Gaubatz


Wenn die Alpine-Freunde Hessen zu einem Treffen laden, dann folgen die Alpinisten nur zu gerne. Denn die Verantwortlichen des Clubs lassen sich auch immer etwas einfallen. Nachdem im letzten Jahr Dank Corona ein Treffen nicht stattfinden konnte, präsentierten die Planer der Alpine-Freunde dieses Jahr etwas Besonderes. Vom 25. Bis zum 29. August luden die Hessen ins pfälzische Pirmasens ein. Zur Südpfalz-Tour 2021. Und außergewöhnlich viele Fans folgten dem Ruf.
Schon am zweiten Tag der Veranstaltung waren 26 Fahrzeuge anwesend. Dabei sollte es erst am dritten Tag so richtig losgehen. Am Ende der Veranstaltung konnten der erste Vorsitzende Bernd Voss und Organisator Peter Durm 47 Alpine zählen. Und zwar aus fast allen Baureihen und -jahren. Einzig die „Ur-Modelle“ A106 und A108 fehlten. Aber Sie werden auf einem Treffen der Briefmarken-Freunde auch kaum einen Schwarzen Einser oder eine blaue Mauritius finden.

Dafür waren aber die nachfolgenden Modelle umso zahlreicher anwesend. Die rollende Legende A110 war zu bestaunen, ebenso der Franzosen-Porsche, die A310, das damals Umsatzstärkste Modell aus Dieppe. Und auch ihre Nachfolger GTA und A610 waren vertreten. Was natürlich bei einem Alpine-Treffen auch nicht fehlen darf, das ist die seit 2017 angebotene neue Alpine A110. Gleich sechs dieser neuen A110 fanden den Weg in den Pirmasenser Ortsteil Winzeln. Hier konnten die Fans hautnah den Vergleich ziehen. Einmal von den Heckleuchten abgesehen, die stark an ein Audi-Hinterteil erinnern, ist den Designern in Dieppe und Billancourt ein Spagat bei der neuen A110 gelungen. Einerseits verstanden sie es, einen modernen und gefälligen Sportwagen zu zeichnen, andererseits ist es ihnen gelungen, sehr viele Stilelemente der legendären Ur-Ahnin zu übernehmen. Teilnehmer kamen aus allen Teilen der Republik, eine A310 fand sogar den Weg aus dem Schweizer Kanton Solothurn in den Pfälzer Wald. Neben Fahrzeugen aus (natürlich) Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Saarland, kamen auch Fahrzeuge aus Hannover, Berlin, Limburg, Kitzingen, Düsseldorf, und, und, und.


Der legendäre PRV-Motor lässt grüßen: In der A610 Turbo randaliert ein 3-Liter-V6, der satte 250 PS abgibt. Damit waren schon vor 30 Jahren locker 265 km/h drin.


Die Organisatoren hatten aber auch einiges zu bieten. Vor allem Ausflüge durch den Pfälzer Wald und die angrenzenden Regionen. Zwar spielte der Wettergott nicht durchgängig mit, aber kann das den Fahrspaß in einer Alpine wirklich trüben? Überdies konnten Ausfahrten zum Fashion Outlet-Center in Zweibrücken und zur Deutschen Schuhmeile in Hauenstein ein wenig trösten. Gerade in Hauenstein dürften sich die teilnehmenden Damen im Schuh-Paradies gewähnt haben. Über eine Million Schuhe stehen in 24 Geschäften zum Verkauf. Von Ehedramen ist indes nichts bekannt geworden.
Bernd Voss, der erste Vorsitzende der Alpine-Freunde Hessen, brachte es auf den Punkt, als er von einem Journalisten gefragt wurde, was denn die Faszination Alpine ausmache. Sinngemäß antwortete Voss, Porsche sehe man an jeder Ecke, Alpine seien seltener. Außerdem habe sich Alpine stetig weiterentwickelt. Und da hat er Recht, der Bernd Voss. In Dieppe hatte man sich nicht auf ein Erfolgsmodell konzentriert, sondern ist den Weg konsequent weitergegangen, hat Gutes noch besser gemacht und hat den Markt immer im Fokus gehabt.
Bei diesem Treffen hat alles gestimmt. Ein großes Lob an den Verein und die Organisation. Nicht nur, dass die Unterbringung im Hotel Kunz, einem über die Region hinaus bekannten Gourmet-Tempel, sehr gut gewählt war, hier hat einfach alles gestimmt. Außer dem Wetter. Aber so oder so, ob trocken oder nass, mit der Alpine machts besonders im Pfälzer Wald richtig gute Laune. Das hat man den Teilnehmern auch angemerkt.


Wo das Auge hinsieht: Die rollenden Normannen auf dem weitläufigen Hotel-Parkplatz in Pirmasens-Winzeln.


 

 


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