Die letzten Citroën CX haben in diesem Jahr ihre H-Weihen erhalten. Eine Moment-Aufnahme von Europas Antwort auf die US-amerikanische Kombi-Adipositas gibt's hier...
Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Angetriebene Starrachse hinten und oben drüber richtig viel Raum für alles Mögliche. So sah einst ein ordentlicher Kombi der gehobenen Mittelklasse aus, ob nun Opel Rekord Caravan, Peugeot 504/505 Break, Volvo 145 oder Buick Estate Wagon. War es das? Nein! Rühmliche Ausnahmen kamen mit einzeln aufgehängten Hinterrädern wie Mercedes 123 T-Modell oder Ford Granada Turnier, und wer in punkto Extravaganz mit höchsten Ansprüchen aufwartete, war nach wie vor ein gern gesehener Kunde beim Citroën-Händler. Traction Avant und ID/DS hatten für Avantgarde-Renommee gesorgt, und der CX schickte sich 1974 an, ein würdiger Nachfolger zu werden.

Zur futuristischen Limousine gesellte sich im September des Folgejahrs der CX Break, dem die Konzern-Mutter Peugeot den Radstand um 25 auf 310 cm verlängerte, was in repräsentativen 495 cm Länge, 177 cm Breite und 147 cm Höhe resultierte. Aufgrund der hydropneumatischen Federung mit automatischer Niveauregulierung und des kräftig dimensionierten Chassis durfte der neue Citroën Kombi über 700 kg zuladen. Wer den CX Break, der später als Basis des dreiachsigen CX Loadrunner aus Mike’s Garage noch weiteren Ruhm einfuhr, bis unters gestufte Dach vollstopfen wollte, hatte es sehr einfach: Die Ladekante vom Citroën Oldtimer ist dank Frontantrieb und hinterer Einzelradaufhängung an Längslenkern ohnehin tief angesetzt, dazu geht die Hydropneumatik beim Parken noch in die Knie, sodass sich das bei umgelegten Rücksitzen 2.350 Liter große und über 200 cm lange Frachtabteil problemlos füllen ließ. Die plane Ladefläche misst an der schmalsten Stelle 110 cm und zwischen den Türen mehr als 140 cm Breite, die Heckklappe 120 cm in der Breite und deren 90 in der Höhe. Freunde von anspruchsvollem Gepäck-Tetris konnten dem Citroën Kombi natürlich nichts abgewinnen – „reinwerfen und vergessen“ lautete hier die Devise. Wer den Hals respektive Kofferraum nicht voll genug bekommen konnte, krönte das Auto des Jahres 1975 pragmatisch mit einem vollflächigen Dachgepäckträger, der gut für weitere 100 kg Last war.


Der CX-Laderaum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1975…


Dass der Citroën CX Break der bis 1985 gebauten ersten Serie zusätzlich zum exaltierten Äußeren und dem mit Bediensatelliten sowie höhenverknöpfbaren Kopfstützen nicht minder eindrucksvollem Interieur auch noch eine rare, da nach vorn gerichtete dritte Sitzreihe bot, und obendrein trotz aller Geräumigkeit kein Säufer war, bescherte ihm viele Fans: Schlanke 7,6 l/100 km waren mit dem 2,5-l-Saugdiesel möglich – zu Zeiten der zweiten Energiekrise natürlich ein gewichtiges Argument. Jene vierzylindrige Ablösung des vormaligen 2,2-l-Ölbrenners kam pünktlich im Herbst 1978 und schöpfte aus 2,5 Liter Hubraum bei 4250 Touren 75 PS. Wer die bei 2000 Umdrehungen anliegenden 150 Nm Drehmoment geschickt mit dem Viergang-Schaltgetriebe verwaltete, nagelte in unspektakulären 19,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und kam dank der guten Aerodynamik auf 145 Sachen Spitze.
Ob unser kerniges Citroën CX-Fotomodell die immer noch erreicht? Ja, warum denn nicht – im Gegensatz zu dem, was die stumpf gewordene Lackierung und der Treffer an der Front nahelegen, macht das Interieur in dunklem Leder einen hervorragenden Eindruck, deutet also auf achtsame Nutzer und/oder geringe Fahrleistung hin. Mögen dem Break und seinen Eignern noch viele weitere lustvolle Kilometer vergönnt sein!

 

 

 

 

 

 


 

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