Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-Vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Französisches Multitalent: der 1980-er Peugeot 504 Durisotti-Kasten. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Zur Geburt im Miesen- Mercedes/8 in die Klinik, die letzte Reise im Pohlmann Granada  - und dazwischen? Arbeit im Durisotti 504 natürlich. Dieser in Sallaumines ansässige Karosseriebaubetrieb rüstete Peugeot 504 Fahrgestelle in zahlreichen Varianten um.
Auf Basis des Peugeot 504 Fahrgestells mit Fahrerhaus, das sich wie der  504 Pickup von seinen Schwestermodellen durch eine blattgefederte Starrachse im Heck abhob, entstanden auch geschlossene Nutzfahrzuge wie der Peugeot 504 Fourgonnette. „Welchen Beruf Sie auch ausüben und welche Transportprobleme Sie auch haben, auf diesen Peugeot-Unterbau können Sie ganz individuell aufbauen.  Für alle Ihre speziellen Wünsche bieten Ihnen unsere autorisierten Karosseriebauer die passenden Aufbauten.
Neben den Wohnaufsätzen für Freizeit und Urlaub stehen...

Edel, edel: Neben der edlen Floride ein edler „Juva-Laster“ von Nina Ricci auf Basis des Lieferwagens Break in einer Renault-Classic-Ausstellung. Dieser Juvaquatre heißt mit dem Dauphine-Motor seit 1956 „Dauphinoise“.                                 Fotos: Renault


Am 18. Februar 1937 erteilte die nationale Straßenverkehrsbehörde in Frankreich die Zulassung für ein Fahrzeug, das es so bei Renault noch nicht gab. Den Renault Juvaquatre, der allerdings erst 1938 tatsächlich in Serie ging. Unzweifelhaft war Louis Renault vom Opel Olympia inspiriert, der 1935 vorgestellt wurde, bzw. vom ein Jahr später lancierten Opel Kadett.
Erstmals wurde bei Renault ein Fahrzeug entwickelt, das eine selbsttragende Karosserie vorzuweisen hatte, und erstmals bekam ein Fahrzeug bei Renault auch eine Einzelradaufhängung. Angetrieben wurde der „Juva4“ von einem 1003 cm³-Motor, Typ 488, der 23 PS mobilisierte.
Die Vorserie Typ AEB1 gelangte nicht in den Verkauf, dieser startete erst mit dem Typ AEB2.

Gebaut zwischen 1986 bis 1989, dieser Renault 21 Nevada Phase 1: Kombi und Eleganz – das geht eben doch zusammen!        Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Was klingt denn da so nett? Das ist doch, ja das ist es, das vertraute Geschnatter eines Citroen – Zweizylinder- Boxers! Und schon biegt die dazu gehörige Karosse um die Ecke, ein Traum wird sichtbar: 2 CV 6, himmelblau, runde Scheinwerfer, sehr leckerer Zustand, herrlich! Ich spurte los aus dem Straßencafé, mit der Kamera in der Hand, überlege dabei noch, ob die Farbe eine originale ist und schon – ist das Entlein wieder weggeflogen.
Mit meinem behenden Körper habe ich selbst gegen die „Kraft“ von 28 Enten- Pferdchen keine Chance, den 2 CV einzuholen und ein Foto zu schießen. Ob ich die Rechnung im Straßencafé bezahlt habe und wo diese dramatische Szene sich abspielte, fragen Sie ? Zu Frage 1 : Ja, das hatte ich bereits vorher getan, um immer auf dem Sprung sein zu können. Zu Frage 2 : Nein, nicht in Deutschland, hierzulande sieht man himmelblaue 2 CV im Bestzustand eher selten als Alltagsfahrzeug um die Ecke biegen.
Der Schreiberling  hat beschlossen, mal wieder DAS Land seiner Sehnsüchte zu besuchen – la France!
Einmal von oben nach unten mit dem Auto und Zelt im Gepäck lautet die Devise, einmal Frankreich mit allem. Die Reise führt über Metz, Nancy, die Zwischenstationen Charite – sur – Loire und Gardonne/Bergerac nach Legé – Cap – Ferret an der Atlantikküste. Wer jemals dort war, versteht, dass man immer wieder Sehnsucht nach dieser Gegend entwickeln MUSS. Bei der Fahrt zum Ziel der Träume ist es natürlich auch wichtig, nach französischen Autoklassikern, oder solchen, die es werden könnten, Ausschau zu halten. Eines vorweg : Es gibt sie noch in Frankreich, siehe oben. So gondelt...

Himmlisch: So eine Göttin ist schon faszinierend. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Immer im Juni gibt's den Bockhorner Oldtimermarkt als eines der größten und vielfältigsten Treffen betagter Fahrzeuge in Europa. Über 5000 Fahrzeuge besuchten die 37. Ausgabe in diesem Jahr. Besondere Beachtung verdiente „Carpe diem & cèst la vie“, eine Sonderschau italienischer und französischer Klassiker.
Alljährlich ist eine Sonderfläche für eine Ausstellung unter einem bestimmten Thema abgegrenzt. Das diesjährige lautete „Carpe diem & cèst la vie“ und bündelte an allen Tagen italienischen und französischen Klassiker bis Baujahr 1980. Unter den knatternden Trikoloren beider Staaten fanden sich dann auch zahlreiche Südeuropäer ein, wobei aus Franzosenwarte die Citroens bei weitem überwogen – Göttinnen, Ideen und Döschwos stellten das Gros, GS, HY und SM rundeten den Doppelwinkelauftritt gelungen ab. Blickfang und definitiv der längste Lulatsch am Platze war aber ein prachtvoller CX-Dreiachser mit Hochdach. Die Rhombenträger waren deutlich schwächer vertreten; hier und da mal ein R4, ein R5 und ein R16, gekrönt von einem R5 Turbo2 und einem makellosen R9. Noch rarer hatte sich die Löwenmarke gemacht, 204 Limousine und Break, ein 403 Break sowie 504 Cabrio und Fourgonette – das war’s augenscheinlich am Samstag mit Peugeot. Natürlich...