Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Doch. Die Blümchen machen die simple Renault-6-Front schon etwas attraktiver.        Foto: Rundvald


Er war so etwas wie ein Sechser in der Lotterie, ein Hauptgewinn. Einer, der die Moderne im konservativen Stil zu ergänzen wusste. Die Rede ist vom Renault 6. Wir erinnern uns. Nach dem Krieg startete Renault erfolgreich mit dem 4CV. Ein neues Auto, aber dem Käfer und dem Zeitgeist folgend. Alles andere danach tat es ihm gleich. Frégate und vor allem die Dauphine, wunderschön. Aber der Mode und dem Mainstream folgend.
Erst 1961 brach man mit alten Konventionen, der R4 schnitt alte Zöpfe ab. Konstruktiv und gestalterisch war er Bahnbrechend. 1965 folgte der nächste Paukenschlag. Mit dem R16 kam die echte Revolution auf Rädern. Allerdings entstand aus dieser Modellpolitik heraus eine Lücke. Die bis 1968 nicht angemessen  geschlossen war. Es war eher Stückwerk, das die Lücke füllte: Die Schwestern R8 und R10 waren zu ihrer Zeit...

Die Floride kam ohne Schriftzug am Bug aus.      Fotos(3): Oldtimerreporter.Haehnel


Dass man aufgrund des Erfolges der Dauphine auch ein Cabrio und ein Coupé nachlegen musste, das lag in Billancourt im Grunde auf der Hand. Es geht die Mär, die Idee dazu hätten Kapitän Pierre Dreyfus und sein Entwicklungschef Fernand Picard bei einem Frühstück beim Gouverneur von Florida gehabt. Dies würde den Namen Floride erklären, der allerdings so nie in Amerika auftauchte.
Da hieß das französische Fräuleinwunder von Anfang an Caravelle. Aber egal, wie dem auch sei, dem Designer Pietro Frua gelang eine äußerst hübsche Karosserie, die mit bewährter Technik präsentiert wurde. Denn diese stammte von der Schwester Dauphine, war also schon tausendfach bewährt. Zunächst startete man zeitgleich ein Cabrio und ein Coupé, mit der bewährten Motorisierung der Dauphine, 845 cm³ und 34 PS. 1960 legte der mittlerweile zum Haus- und Hofzauberer der Régie avancierte „Hexer“ Amédée Gordini Hand an und steigerte die Leistung auf 40 PS.
1962 betrat ein neues Familienmitglied die Bühne, der...

Es begab sich 1948 zu Dieppe, im Norden der Grande Nation, als der seinerzeit jüngste Renault-Vertragshändler Frankreichs den lokalen Automobilhändler-Konkurrent von Peugeot herausforderte. Und wenngleich die Löwen-Schmiede aus Sochaux just  ihr völlig überarbeitetes Nachkriegsmodell 203 lanciert hatte, das gerade als das Nonplusultra französischen Automobilbaus gefeiert wurde, trat der Renault-Jungspund Emile Rédélé mit einem vom Entwurf her deutlich älteren 4CV an. Und gewinnt trotzdem, denn das Cremeschnittchen ist leichter, drehfreudiger und damit agiler als der stärkere aber auch schwerfälligere Peugeot. Der Startschuss für Rédélés Rennsportkarriere und letztendlich auch für die daraus gewachsene Marke Alpine ist gesetzt, und schon bald fährt der Nordfranzose der Konkurrenz auf und davon. Manchmal sogar den Zuschauern: Bei der Mille Miglia 1954 erreicht er vor leeren Zuschauertribünen das Ziel. So schnell hatte man ihn gar nicht am Finish erwartet.
Die Renault-Jünger Andreas Gaubatz und Jan Erhartitsch haben viele solche Geschichten und Geschichtchen zusammengetragen, das macht ihr Werk „Renault Alpine, Geschichte – Technik – Mythos“ so unterhaltsam. Zudem beweisen sie auf 224 Seiten profunde Sachkenntnis, die allerdings streckenweise...

Löwenherz: Der Peugeot 504 verrichtet(e) nahezu immer völlig klaglos seinen Dienst.  Fotos(4): jokai


Gut, der richtige Geburtstag des Peugeot 504 ist erst im September, aber eigentlich sollte er bereits im Juni 1968 vorgestellt werden, fünf Jahre zuvor begann die Entwicklungsarbeit an diesem neuen Modell … aber der Reihe nach:
Der 1960 eingeführte  Peugeot 404 war drei Jahre erfolgreich auf dem Markt, da erteilte der Peugeot-Vorstand den Entwicklungsauftrag für das Nachfolgemodell. Schnell war klar, das soll nicht einfach nur ein "Update" werden, das wird ein "Upgrade" und so entschied man sich, das neue Modelle nicht die Modellbezeichnung "405" zu geben (die wurde ja später erst 1987 vergeben), sondern eine neue etwas höhere Modellreihe zu eröffnen: 504
Kurz vor der geplanten Markteinführung kam es in Frankreich zu sozialen Unruhen und zum Generalstreik, so dass der Marktstart auf die Zeit nach den Werksferien verlegt werden musste. Am 12.September schließlich präsentierte Peugeot den von Pininfarina gezeichneten Peugeot 504 als Berline der breiten Öffentlichkeit. Da stand er nun mit...