Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Hamburg. „Der Wagen ist so alt wie sein Besitzer“, lacht Egon Gothmann aus Hamburg. Sein Peugeot 402 B wurde Ende 1938 gebaut und am 10. April 1939 an den Erstbesitzer, Capitaine Paul Granjean, ausgeliefert. Der behielt (und fuhr) ihn bis 1986 – fast unvorstellbare 47 Jahre. Gothmann kannte die Tochter des Capitaine, die in Deutschland Germanistik studiert hatte und schlug zu. Seitdem ...

Nur zwei Jahre gebaut und extrem selten: Die Luxusversion Renault Ondine - gesehen in den Neunziger Jahren mit Pariser Kennzeichen.    Foto: Poschadel


Es war der 6. März 1956 als ein paar tausend Gäste in Paris ins Palais de Chaillot strömten, um die Nachfolgerin, die Dauphine, kennenzulernen. Nun, eine richtige Nachfolgerin wurde der neue Renault nicht. Schließlich lief der 4 CV – liebevoll auch „Cremeschnittchen“ genannt, noch rund fünf Jahre parallel zum neuen Modell vom Band.
Rund 26 PS-chen trieben die ersten Serienautos der Dauphine auf knapp über 100 km/h. Dem Leiden sollte aber bald ein Ende bereitet werden.
Später gab es gar 36 PS, die das 650-Kilo-Wägelchen auf knapp 130 beschleunigten. Zum Ende der Bauzeit von 1965 bis 1967 wurde ausschließlich diese „Gordini“ genannte Version angeboten.
Aber das war noch nicht das Ende der „Leistungsorgie“: Die Rallye-Version R 1093 erreichte mit fast 50 PS 140 km/h - und startete bei der Rallye Monte Carlo.
Neben einer Luxusversion „Ondine“ die von 1960 an zwei Jahre auf dem Matkt war, baute Alfa Romeo eine Lizenz-Dauphine. Sogar hundert...

Mindestens ein Präsident ist uns bekannt, der heute noch Peugeot 604 fährt: Joachim Kaiser vom PeReCi Motor-Klassik-Club.       Foto: oldtimerreporter.Haehnel


Berlin. Gut, so richtig hat der Peugeot 604 erst im September vierzigjährigen Geburtstag, als Produktion und Auslieferung der ersten Serienfahrzeuge 1975 begannen. Oder ist der wirkliche Jubeltag doch die  Vorstellung auf dem Genfer Salon im Frühjahr gewesen?
Sei’s drum. Wir liegen mit unserer Würdigung ja ziemlich genau in der Mitte. Das nennt man Kompromiss. Und ein Kompromiss war dann ehrlicherweise auch dieses neue Oberklasse-Modell. Schließlich stand gerade die Übernahme von Citroen durch Peugeot auf der Tagesordnung, aus der dann der neue PSA-Konzern entstand.
Nun ja, streng genommen war der 604 damit überflüssig. Man hatte ja mit dem Citroen CX ein fertiges Oberklasse-Modell im Portfolio. Andererseits wertet ein Spitzenmodell eine Marke grundsätzlich auf – für Peugeot, eher ein Hersteller von Brot- und Butterautos – ein nicht ganz unwichtiger Grund, den 604 doch (noch) zu lancieren…
Heraus kam eine Brot- und Butter-Oberklasse-Limousine, die zumindest entwicklungstechnisch halbherzig ausfiel. „Badge-Engineering“ war angesagt – auf Basis des bisherigen beliebten Spitzenmodells Peugeot 504. Und nicht nur das. Auch mit Konkurrent Regie Renault und anderen wurde „gebadged“: Schließlich war die im 604 ausgelieferte Maschine der so genannte Euro-V6, der gleichermaßen im Renault 30 und im Volvo 264 zu haben war – auch ein Kompromiss übrigens. Stammt er ursprünglich doch von einem V8-Entwurf ab. 136 PS waren Mitte der siebziger Jahre eine Ansage. Was fehlte, war...