Franzosenblech.de

"Franzosenblech" ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter, das sich mit dem "Savoir-Vivre auf Rädern" beschäftigt - und mit der Erkenntnis, dass Franzosen ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu ihren Fortbewegungsmitteln haben - genau wie die Fans französischer Mobilität auf der ganzen Welt. Herzlich willkommen also bei "Franzosenblech.de" - gedruckt und im Netz. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel

Schon immer bedienten Zulieferer den Wunsch der Kunden nach
Individualität. Diese Dauphine trägt zeitgenössischen Zubehör-Schmuck.
Foto: Oldtimerreporter.Gaubatz


Vom Erfolg des kleinen 4CV, dem Cremeschnittchen, überrascht, aber auch berauscht, verfügt Renault-Chef Pierre Lefaucheux, dass man mit diesem Konzept nachlegen müsse. Und gibt den Start frei für das Projekt 109. 1956 ist es dann soweit, ein neues Auto steht bereit.
Aber wie soll es heißen? Welchen Namen sollte man dieser Schönheit geben? Marcel Wiriath, Mitglied des Verwaltungsrates bei Renault und Chef der Bank „Credit Lyonnais“ bringt es auf den Punkt: „Nun, die 4CV war ist die Königin des Erfolgs. So kann die Neue nur die Thronfolgerin sein!“ - Im Französischen sind alle Autos weiblich.
Und französisch für Thronfolgerin heißt „Dauphine“. Allerdings verführt diese Ausführung aus heutiger Sicht zu der Annahme, mit der Dauphine wollte Renault einen 4CV-Erben lancieren. Doch dem ist nicht so. Denn die Dauphine ist von Anfang an als Vertreter einer höheren Fahrzeugklasse geplant und außerdem wäre eine Ablösung des 4CV wirtschaftlicher Irrsinn gewesen.
Pierre Lefaucheux erlebt die Geburt seiner Thronfolgerin leider nicht mehr, er stirbt im Februar 1955 bei einem Verkehrsunfall. Dennoch, die Dauphine wird...

„Kaum ein Auto vermittelte den Deutschen so viel von der französischen Lebensart wie der Reanult 4“, schreibt Michael Fischer, Regionalleiter des Deutschen Alpine und Renault Club in seinem Vorwort zu dem hier vorliegenden Buch „Renault 4“ der beiden Autoren Andreas Gaubartz und Jan Erhartitsch. Im Wettstreit mit der legendären „Ente“ von Citroen habe der Renault 4 mehr an Auto geboten. Dies wohl hätte den Ausschlag gegeben, dass östlich des Rheins – und dabei muss man natürlich anmerken: und westlich der Elbe – dieses „Mehr“ den „Unterschied zwischen der reinen Fortbewegung und dem Autofahren ausmachte.“
„Praktisch und klassisch wie eine Blue Jeans“, sollte das Auto sein, dass Renault-Generaldirektor Pierre Dreyfus 1956 in Auftrag gab: Großer Innenraum, knappe Maße, vier Türen, große Heckklappe und eine leichte Bedienung. Ein Auto sowohl für Familien als auch für Bauern und Handwerker – praktisch, preiswert und tauglich für das Fahren auf der Autobahn. Letzteres war schon über die Landesgrenze hinaus gedacht: Die Deutschen als wichtiges Käuferpotential für den Neuling.  Marie-Chantal – so der Codename des Modells 112, übrigens der erste Renault mit Frontantrieb – wurde ausgiebig getestet. Bei 22 Grad minus...

Sie hielt sich stets dezent im Hintergrund, wenn andere Verwandte nach sportlichem Lorbeer lechzten. Dabei war sie unverzichtbar in den Fahrerlagern der Alpine- und Renault-Teams. Auch für die Händler und Werkstätten wurde sie bald ein wichtiger Helfer. Foto: Renault


Man spricht nicht über das Alter von Damen. Aber hier tun wir es. Weil wir gratulieren wollen. Herzlichen Glückwunsch. Der Name des Geburtstagskinds der Familie Renault: Estafette. Geboren wurde sie vor 60 Jahren, 1958. Sie entwickelte sich prächtig und wurde auch schnell äußerst beliebt. Auch wenn sie in jungen Jahren noch etwas schwächlich war. Ihr Motor mit 845 cm³  leistete 31 PS, sie bekam ihn von ihrer Schwester Dauphine.
Als sie älter wurde legte sie auch an Leistung zu. Eine neue Schwester, R8 getauft, lieh ihr 1962 ihren Motor, der aus 1108 cm³ 42 PS mobilisierte. Eine letzte Vitaminkur verpasste man dem Fräulein-Wunder der Franzosen 1968, da bekam sie den Motor ihrer Schwester R12, der aus 1289 cm³ 45 PS bereithielt. Der Renault-Kenner wird nun aufschreien. 1968? R12? Fehler! Der kam erst 1969. Da hat er Recht, der Kenner. Und doch stimmt es. Denn ein Jahr vor dem Debüt in Frankreich liefen Dacia 1300 in Rumänien vom Band. Bis ins Detail originale R12. Bis zum Motor. Stichwort Dacia: 1975 erschien eine Cousine der Estafette, die baugleiche Dacia D6, die man von 1975 bis 1978 in Osteuropa verkaufte. In Frankreich war...

Nun ist es endlich soweit. Das Wetter hat zugelassen, dass wir stressfrei unseren ersten Selbstimport nach Berlin bringen konnten. "Nur" Youngtimer - aber in bester Verfassung und mit rund 19.000 echten Kilometern durchaus erhaltenswert.
Wie es weitergeht - mit den Berliner Behörden, die ja eher nicht für die Menschen arbeiten - in Kürze hier.

Ach ja, einen hätten wir noch. Einen prima erhaltenen Express von 1987; einen echten Oldtimer also. Vielleicht gelingt uns ja der Deal...
Mehr demnächst auf dieser Website.
Foto: oldtimerreporter.Haehnel

 


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