Oldtimerreporter überregional

Kay Lott ist der Wächter der Familientradition: Der Sechsender darf nicht weg. Schließlich war er mal ein Hochzeitswagen.
Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Breite Sessel, bestens geeignet, um darin zu versinken. Ein Lenkrad eines Ozeandampfers, spindeldürr und bakelitglatt. In dessen Mitte der berühmte Opel-Blitz. Der Blick über die Unendlichkeit der Motorhaube lässt den Fahrer in die Welt amerikanischer Straßenkreuzer gleiten. Lenkradschaltung, vier Gänge, zwei oben, zwei unten. Wo genau sich Gang 1,2,3 und 4 befinden, muss die Fahrpraxis noch erweisen. Große Karosse, zierliches Zündschloss, zierlicher Zündschlüssel. Einfädeln des Schlüssels, Einschalten der Zündung. Vor dem Kaltstart bitte 2-3 mal das Gaspedal betätigen. Großzügige Flutung des Doppelvergasers, Start. Im Bruchteil einer Sekunde erklingt ein Sechszylinder-Bass, der auf der Hitliste der wohligsten Motorklänge ever ganz oben steht.


Ein echter Europäer - der Opel Rekord P2. Halter Thomas Boos freut sich über den zugelaufenen Klassiker.
Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Manchmal möchte man gerne ergründen, was einen Autokäufer zum Kauf dieses oder jenes Modells bewegt. Ist es die Markentreue? Die Formschönheit? Oder die schlichte Vernunft? Man weiß es nicht immer, es bleibt gerne im Dunkeln, aber das beflügelt die Phantasie! So auch im Falle eines Monsieurs, nennen wir in Jean-Luc, aus dem schönen Frankreich, einst Besitzer eines Opel Rekord P2.
Rückblick: Sommer 1962, Pierrefitte-sur-Seine. Hier in diesem Pariser Vorort möchte sich Jean-Luc etwas gönnen, einen neuen größeren Wagen. Da kommen natürlich etliche Modelle aus heimischer Produktion in Frage, der attraktive Peugeot 404, die formschöne Simca Aronde, ein Panhard PL17 und, und, und.
Aber Jean-Luc entscheidet sich anders, er steuert die Garage Luis Palacio an, dort finden sich allerlei GM-Fahrzeuge (aus französischer Produktion!) im Schaufenster.

 

 

Er erschien 1972 zwei Jahre vor dem Wolfsburger Konkurrenten: der Alfasud hätte der "wirklich-wahre" Golf sein können - wäre da nicht die unterirdische Qualität und das ewige Warten bis 1981/82 auf die Heckklappe gewesen...
Foto: Bettina Schweiger


Preisfrage: Was haben Zitronenbauern mit Automobilen zu tun? Nun, werden Sie sagen, ist doch ganz einfach: Auch Zitronenbauern brauchen Autos, um die sauren Früchte von A nach B zu bringen.
Im autoverrückten Italien allerdings geschieht es manchmal, dass die Zitronenbauern sich ihr Auto selber bauen.  Es lässt sich ahnen, dass einem solche Geschichten sauer aufstoßen können…