Alle MR2 der ersten Serie von 1984-1989 sind inzwischen Kandidaten für H-Kennzeichen.  Fotos: Toyota.


Denkt man an Japaner und Oldtimer fällt den meisten nicht viel ein. Bei Mazda der Cosmo-Sport und bei Toyota vielleicht noch die Celica. Aber nach und nach wächst die Fangemeinde japanischer Oldtimer. Und zu Toyotas Klassikern gehört mindestens noch der MR2.
Denn manchmal reichen zwei Plätze, um Geschichte zu schreiben. So geschehen bei „Mister Two“, Sportwagenfans zaubert dieser Spitzname für den zweisitzigen Toyota MR2 mit Mittelmotor sofort ein Lächeln ins Gesicht. Als dieses keilförmig gezeichnete Sportcoupé mit drehfreudigem 16-Ventil-Vierzylinder auf der Tokyo Motor Show 1983 als seriennaher Prototyp präsentiert wurde, war das eine Sensation.

Mit Mittelmotor-Layout, klassischem Hinterradantrieb und T-Bar-Roof mit herausnehmbaren Dachhälften differenzierte sich die leichtgewichtige Fahrspaßmaschine klar von konventionellen japanischen Sportwagen und traf exakt den Nerv einer Zeit, in der bezahlbare Zweisitzer vom Aussterben bedroht waren. Seinen internationalen Verkaufsstart feierte der Toyota MR2 deshalb schon im Juni 1984.
Es war der Beginn einer globalen Bestsellerkarriere, die drei Generationen des kompakten Renners hervorbrachte, denn der bis 2007 gebaute Toyota MR2 vereinte die Talente eines preiswerten Pulsbeschleunigers mit der Alltagstauglichkeit und Robustheit japanischer Großserientechnik. Die weltweite Sportwagen-Community feierte den 977 Kilogramm leichten und 91 kW/124 PS leistenden Emotionsträger der Baureihe W10 mit insgesamt über 320.000 Bestellungen und sicherte dem Toyota MR2 so den Status des meistgebauten japanischen Mittelmotor-Zweisitzers.
Der Typencode MR2 versteht sich eigentlich als Kurzform von „Midship Runabout 2-seater“ (kleiner zweisitziger Mittelmotorsportler), aber auch „Midship-engine, rear-drive, 2-seater“ (Mittelmotor, Heckantrieb, 2-Sitzer). Bereits 1976 setzte Toyota die Initialzündung für dieses Mittelmotor-Projekt, denn das auch in der Formel 1 bekannte Mittelmotor-Layout erfuhr damals in vielen kleinen Sportlern kurzzeitig große Popularität. Bei Toyota sollte das kompakte Coupé die Nachfolge des legendären Toyota Sports 800 aus den 1960er Jahren antreten und ähnlich wie dieser erste asiatische Gran Turismo mit herausnehmbarem Dacheinsatz wurde auch der MR2 mit T-Bar-Roof fürs Frischluft-Vergnügen entwickelt. Allerdings handelte es sich nun um geteilte Dachhälften, alternativ gab es ein Glas-Hebedach.
Genau mit diesem Fenster zum Himmel avancierte das 3,95 Meter kurze und nur 1,25 Meter hohe Sportcoupé im März 1985 zum Star in den Schauräumen der deutschen Toyota Händler. Trotzdem wünschten sich hierzulande viele Roadster- und Targa-Fans das besonders in Nordamerika beliebte T-Bar-Roof und so folgte Toyota diesem Kundenwunsch schon 1986. Damit nicht genug, die deutsche Firma Schwan transformierte das T-Bar zu einer klassischen einteiligen Dachöffnung, heute gelten die wenigen bei Schwan umgebauten Toyota MR2 Cabriolets als gesuchte Raritäten.
Oldtimer? Kaum zu glauben! Auch der MR2 der ersten Serie wirkt immer noch zeitgemäß.