Oldtimerreporter überregional

Auch im aktuellen Renn-Trimm zeitlos schön. Der Melkus RS 1000. Fotos: Oldtimerreporter Eichbaum.


Der Lotus Elan inspirierte nicht nur zum Mazda MX-5: Auch der selbständige Rennwagen-Konstrukteur und ehemalige Rennfahrer Heinz Melkus ließ sich in den Bann des leichten Flitzers ziehen. Start frei für den sensationellsten Serienwagen der DDR!
Die Begeisterung führte schließlich zu einem Mittelmotor-Sportler, denn gleichfalls waren Ferrari und GT40 an dem durch seine Formel-Junior-Wagen bekannten Sachsen nicht spurlos vorbeigefahren – nur derart große Triebwerke schlicht nicht aufzutreiben. Also...

Das alles und noch viel mehr muss raus.
Fotos: Oldtimerreporter Zobel


Stellen Sie sich vor, Sie wären Herr über einen riesigen Fuhrpark. Sozusagen für jede Stimmung das richtige Vehikel. Sie könnten jeden Tag  zwischen 32 Mercedes, 10 Porsche, 25 VWs, 10 Audis und etlichen anderen Wagen sowie 32 LKWs und 15 Nutzfahrzeugen  wählen. Kurz um, Ihr Fuhrpark für den täglichen Gebrauch umfasst 167 Fahrzeuge. Ganz zu schweigen von den über 200 niegelnagelneuen  Fahrzeugen, die noch nie einen Kilometer gefahren sind.
Wenn Sie das nächste Mal in ein Parkhaus fahren, sagen wir mit einer Kapazität von 600 Stellplätzen auf drei Ebenen, dann wären  zwei  dieser Ebenen komplett mit ihrem Fuhrpark belegt.
„Alles eine Sache der Perspektive“ sagt Dieter Schmurr, der 84-jährige Besitzer dieser beeindruckenden Flotte mit einem Lächeln und fügt hinterher zu: „Meine gebrauchten Wagen passen alle in zwei Keksdosen und die OVPs sind staubfrei in einem Karton verpackt.“

Schönheit in Klang und Optik - das sind Alfa-Motoren... Fotos(2): Oldtimerreporter.Gaubatz


Der erfrischende Frühsommerregen kühlt ihre aufgewärmte Haut, die Regentropfen perlen ab, umschmeicheln ihre aufregenden Kurven, fast schon lasziv steht sie da, ist sich ihrer Schönheit durchaus bewusst. - Nein, das ist nicht aus einem schwülstigen Liebesroman, es ist auch keine Szene aus einem Rosamunde-Pilcher-Film. Es ist die Beschreibung eines wunderschönen Autos, das der Oldtimerreporter auf einem Treffen gefunden hat.
Im Mai auf einem Oldtimertreffen im saarländischen Lebach. Der Verfasser dieser Zeilen ist auf der Jagd nach Oldtimern. Das Bild-Archiv will ständig gefüttert werden. Und dann steht sie plötzlich da, die italienische Schönheit. Ein Alfa Romeo, alleine der Familienname klingt schon aufregend. Und Giulia erst, er zergeht auf der Zunge wie original italienisches Gelato. Und so sieht sie auch aus. Zart, süß, zum dahinschmelzen. Der Bilderjäger schleicht sich langsam an, Giulias Besitzer trocknet ihr hübsches Blechkleid von den letzten Tränen des Himmels. Man kommt ins Gespräch. Giulias Geschichte ist lückenlos dokumentiert. Sie wurde 1972 in Italien erstmals zugelassen, 2006 zog es sie nach Belgien, bevor sie 2008 in der Grande Nation landete, genauer gesagt, in Lothringen. Und auch heute lebt sie in einem Multi-Kulti-Umfeld. Die aparte Italienerin lebt mit ihrem deutschen Besitzer und einem US-amerikanischen Ford Mustang namens Sally (Achtung, Schenkelklopfer) in Frankreich. Und dieses Umfeld tut ihr ohne Zweifel gut.

Flaggschiff: Beim Granada-Coupé - hier ein 2.0 - war das Vinyldach Pflicht! Der erste Consul wurde auschließlich als Fastback - dann aber mit Hüftschwung - ausgeliefert. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Gurgel, gurgel, trommel, trommel, quietschender Keilriemen, unruhiger Leerlauf… Das Auto zum Motor ist noch nicht zu sehen, aber man hört die schwere Arbeit eines Motors, der offensichtlich eine Prise zu schwach ausgefallen ist – oder das Auto um ihn herum zu wuchtig. Ein kleiner autoverrückter Junge beobachtet die Szene und erwartet gespannt, was da bald in die Straße einbiegen wird. Das heißt, er wartet nicht ab, sondern schaut die Straße hinunter. Dort kann er das gurgelnde Auto schon sehen, so leuchtend, wie es lackiert ist.
Blau! Leuchtend blau! Diese Farbe kennt der Junge bisher nur von Eiscreme mit Heidelbeer-Geschmack oder vom Weichspüler, den seine Mutter bei der Wäsche benutzt. Dass diese Farbe Olympiablau heißt, erfährt das Kind erst viele Jahre später, in diesem Moment interessiert das auch nicht. Jetzt fasziniert ihn das Auto mit dem Gurgelmotor und der Leuchtfarbe. Dort steht er, der große Wagen. Er ist wirklich groß, vor allen Dingen im Vergleich zum Familien- R4. Vorne sind rechteckige Scheinwerfer über einer dicken Chromstoßstange zu sehen. Die Motorhaube ist breit und lang, was für ein riesiger Motor mag darunter zu sehen sein?  Vier Türen rundum, die Polster sehen bequem aus, fast wie die Sessel im Wohnzimmer. Hinten ein großer Kofferraum, da passen sicher viele Kartons mit Legosteinen hinein. Breite Heckleuchten, überhaupt alles an diesem Auto irgendwie breit und groß. „Consul L“ steht da in geschwungenen Buchstaben auf der Kofferraumhaube geschrieben. Der Junge ist beeindruckt vom Consul. Die Farbe, der V4-Motor, das gesamte Auto werden sich ihm für immer im Gedächtnis einprägen. So etwas vergisst du nicht.