Oldtimerreporter überregional

Hält als einer der wenigen in der Region die Lancia-Fahnen hoch: Fridolin Peppel mag besonders die Motoren-Kultur der sterbenden Marke.   
Fotos(4): Oldtimerreporter.Obuchoff


„Die Flavia Coupé 2000 habe ich 2014 in Sardinien gefunden. Es ist eines der schönsten Autos, die Lancia gebaut hat und aus dem Designstudio Pininfarina stammt“, erzählt Fridolin Peppel begeistert. „Ich bin deshalb zweimal auf die Insel geflogen. Erst schaute ich mir noch drei andere Wagen an, aber die Flavia war meine Wahl.
Vertrag gemacht, wieder nach Hause, dort alle Papiere und Probefahrtkennzeichen organisiert. Und dann schnell wieder nach Sardinien. Auf der Fähre sprach mich ein Schweizer an. Der bot mir ein paar Tausender mehr. Aber er hatte keine Chance. Die Flavia war meine.“
Diese Geschichte erzählt mir Fridolin Peppel in seiner Werkstatt in Heinersdorf bei Großbeeren. Seine 80 Jahre sehe ich dem ehemaligen Nachrichteningenieur nicht an.
Und in dem Mann mit den ölverschmierten kräftigen Händen vermutet auch man eher einen Autoschlosser. „Das ist ja nicht ganz falsch“, sagt Peppel. „Mein Vater war Kfz-Meister, und ich schraubte schon immer mit. Als es an die Berufswahl ging, riet mein Vater mir: mit Autos kennst du dich aus, das lernst du nebenbei bei mir. So kam ich zur Nachrichtentechnik.“
Peppel arbeitete dann bis zur Rente beim TV-Sender Deutsche Welle.
Natürlich ...

Ganz in Rosa geht auch - der Bel Air von Grace Braeger kommt aber schwarz daher - siehe Video unten.    Bild: Hersteller


So mancher Oldtimerliebhaber in Wisconsin wird jahre - ja: jahrzehntelang sehnlichst auf diese Worte gewartet haben. Diese Worte aus dem Mund von Grace Braeger aus West Bend. Gemeint ist ihr Chevrolet Bel Air, Baujahr 1957, Kennzeichen „57 LADY“. Seit 1957 das, das einzige Auto der rüstigen Dame.
Ihr erster Wagen war ein ´50er Chevrolet Club Coupe, und als der anfing, Geräusche zu machen, empfahl man ihr kurzerhand, einen neuen Wagen zu kaufen. Im benachbarten Milwaukee gab es einen Händler namens King Braeger - sein Firmenschild ziert noch heute die Kofferraumklappe des Bel Air - und hier, dachte sich Grace, bin ich richtig. Die ´58er Modelle standen vor der Tür, so konnte Ms. Braeger ihren ´57er Vorführwagen mit immerhin schon gut 4000 Meilen auf dem Tacho für günstige 2250 USD erstehen (Neupreis in Deutschland 1957: 18.100 DM). Neben dem in USA durchaus üblichen Automatikgetriebe – Ms Braeger entschied sich sogar für die 3-Gang-Automatik „Turbo Glide“- glänzte der Bel Air mit Servolenkung und Bremskraftverstärker – und einem 283 hp starkem V8-Motor. Das war 1957 durchaus gehobener Luxus.
Seit diesem Tag...

Endlich ist es soweit. Wartburg Willy wird in die neue Welt verschifft. Er und die Besatzung Jörg Tissat und Arnold Schneider werden am 30. April um 14 Uhr nach über vier Jahren Vorbereitungszeit vor dem Potsdamer Rathaus hochoffiziell von Bürgermeister Jann Jakobs verbschiedet. Zwei Tage später geht's für Willy in Bremerhaven an Bord. Und einen runden Monat später folgt die Besatzung, um dann Kurs auf Potsdam zu nehmen. Richtig gelesen.
Gemeint ist aber das Potsdam im US-Bundesstaat New York nahe der kanadischen Grenze im Landkreis St.Lawrence County, das rund zehnmal kleiner als "unser" Potsdam ist. Im Gepäck hat das Team natürlich einige Souvenirs als Gruß aus dem "richtigen" Potsdam. Gute Reise!

"Fulldresser": Sogar zeitgenössisches Zubehör ist vorhanden. Ob das Radio noch spielt? Fotos(2): The PROtograph


Scheunenfundgeschichten fangen immer gleich an: „Opa hat da noch…“. Doch immer seltener werden neue geschrieben. Insbesondere über Oldtimer aus der Zeit kurz nach dem Krieg. Und schon gar nicht über „West“-Oldtimer, die im „Osten“ auftauchen.

Das Epizentrum des nun folgenden Berichts liegt in Thüringen, genauer: in der Region um Saalfeld. Es ist so eine richtig schöne Geschichte vom Dorf. Ein paar Jungs haben sich den Luftboxern aus Wolfsburg verschrieben. Auf einen Teilbereich der Restaurierung, das Strahlen, haben sie sich spezialisiert und das Hobby vor drei Jahren zum Beruf gemacht. Nennen sich jetzt Strahlwerk Deluxe.
Etwa zur selben Zeit begab es sich, dass sie beim Weihnachtstanz im Dorfkrug angesprochen wurden. Opa hätte da einen „alten VW“ zu stehen, ob sie sich den mal angucken wollten. Die Frage war rhetorisch, am nächsten Tag und im übernächsten Dorf trauten die VW-Spezialisten ihren Augen nicht: Was ihnen dort hinter und unter ganz viel Gerümpel entgegenblinzelte, war nichts weniger als das Brezelfenster. Weggestellt hatte der ältere Herr den Krabbler...