Oldtimerreporter überregional

Der 1,8-Liter im VW 412 S mit 85 PS im letzten Modelljahr „bollerte“ auch im Porsche 914 und gab dem Nasenbär „Sportwagen-Feeling.“   
Foto: Norbert Schnitzler


Nordhoffs Vermächtnis, so nennt man ihn in Wolfsburg. Denn Heinrich Nordhoff erlebt das Debüt des VW 411 nicht mehr. Er wollte ihn unbedingt, den Über-Käfer. Am Konzept hielt er eisern fest, mit deutlich mehr Größe und Luxus wollte Nordhoff neue Kunden gewinnen. Aber wie das Leben so spielt...
1968 soll der 411 als Flaggschiff der VW-Flotte das Modellprogramm nach oben abrunden. Und genau am 7.August 1968 wurde der „Riesenkäfer“ in der Stadthalle in Wolfsburg präsentiert.
Der „richtige“ Käfer, nach wie vor Erfolgsgarant, ist trotz seiner ungebrochenen Beliebtheit in die Jahre gekommen, der teutonische Fahrzeuglenker ist anspruchsvoller geworden. Man möchte langsam aber sicher etwas kommoder nach Italien reisen. Und flotter. Dass das Prinzip des Heckmotors inzwischen wenig zeitgemäß ist, will Nordhoff nicht wahrhaben. Selbst der 1961 vorgestellte Typ 3, der zuerst als VW 1500, bzw. 1600, zu den Händlern kommt, ist nicht gerade die berühmte warme Semmel, die über den Ladentisch geht. Bis 1973 kann man gerade...

En-Te-Vau - Fernseh-Service aus dem Land der Tsch'tis zu Besuch in Postdam.
Fotos(2): Oldtimerreporter.Eichbaum


Zwei Bauern, einen Korb Eier und ein Fass Wein sollte der Deuxcheveaux bekanntermaßen trocken und unbeschadet ans Ziel bringen – doch wenn es mal mehr zu befördern gab? Citroën erkannte rasch den Bedarf nach einem leichten Lieferwagen auf 2CV-Basis, und führte im März 1951 eingeführten den als Kastenente bekannt gewordenen Typ AU ein.
Von der Limousine hob sich der Fourgonette ab der B-Säule durch einen kastenförmigen geräumigen Laderaum mit zwei praktischen Flügeltüren am Heck ab. Dem folgten diverse AZU, 250er und 350er, bis im Sommer 1970 als finale Ausführung der Kastenente der Citroën AK 400 mit 2,27 Kubikmeter Ladevolumen und namensstiftenden 400 kg Zuladung debütierte. Im Rennen um die Gunst der praktisch veranlagten Kunden blieb der AK 400 bis Mitte 1978 und wurde anschließend von der Hochdachversion der Dyane namens Acadiane ersetzt. Die kleinen Citroën Nutzfahrzeuge fanden in Frankreich und der Schweiz oft Verwendung bei der Post und im Kleingewerbe, während der AK 400 in Deutschland gern als erschwingliches Wohnmobil genutzt wurde. Wer hierzulande einen Lieferwagen brauchte, besorgte sich eher einen VW Bus, einen Transit oder bei weniger Transportbedarf einen Kombi mit verblechten Fenstern – so er nicht im besonders frankophilen Saarland wohnte. Dort fuhr selbst die Polizei Peugeot. Westlich des Rheins...

Hält als einer der wenigen in der Region die Lancia-Fahnen hoch: Fridolin Peppel mag besonders die Motoren-Kultur der sterbenden Marke.   
Fotos(4): Oldtimerreporter.Obuchoff


„Die Flavia Coupé 2000 habe ich 2014 in Sardinien gefunden. Es ist eines der schönsten Autos, die Lancia gebaut hat und aus dem Designstudio Pininfarina stammt“, erzählt Fridolin Peppel begeistert. „Ich bin deshalb zweimal auf die Insel geflogen. Erst schaute ich mir noch drei andere Wagen an, aber die Flavia war meine Wahl.
Vertrag gemacht, wieder nach Hause, dort alle Papiere und Probefahrtkennzeichen organisiert. Und dann schnell wieder nach Sardinien. Auf der Fähre sprach mich ein Schweizer an. Der bot mir ein paar Tausender mehr. Aber er hatte keine Chance. Die Flavia war meine.“
Diese Geschichte erzählt mir Fridolin Peppel in seiner Werkstatt in Heinersdorf bei Großbeeren. Seine 80 Jahre sehe ich dem ehemaligen Nachrichteningenieur nicht an.
Und in dem Mann mit den ölverschmierten kräftigen Händen vermutet auch man eher einen Autoschlosser. „Das ist ja nicht ganz falsch“, sagt Peppel. „Mein Vater war Kfz-Meister, und ich schraubte schon immer mit. Als es an die Berufswahl ging, riet mein Vater mir: mit Autos kennst du dich aus, das lernst du nebenbei bei mir. So kam ich zur Nachrichtentechnik.“
Peppel arbeitete dann bis zur Rente beim TV-Sender Deutsche Welle.
Natürlich ...