Oldtimerreporter überregional

Man muss einfach nur nette Nachbarn haben. Am besten von der alten Schule: „Bloß nichts wegwerfen“. Oder zumindest einen Arbeitskollegen, der solche hat. So wie Tobias Krebs. Unter einem Schleppdach stand dort, seit 18 Jahren unberührt, ein Skoda Octavia. Nein, nicht die Familienkutsche der Volkswagen-Konzerntochter. Einer aus der Zeit, in der Skoda noch eigene Autos baute. Noch bevor die Motoren ins Heck wanderten (um danach unter Wolfsburger Leitung  wieder nach vorne zu ziehen).
Leider war die Überdachung etwas klein, so stand die Front in Wind und Wetter. Das Wichtigste jedoch war gut geschützt: das Heck. Denn es handelt sich um einen der inzwischen äußerst seltenen Kombis. Neben der Front war auch der Motor völlig hinüber,

Mittendrin statt nur dabei: Oldtimerreporter Arild Eichbaum konnte mit einem historischen Ford-Renner selbst Gas geben. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Als bei den Schloss Dyck Classic Days alles aufs traditionelle Kommando „Gentlemen…start your engines“ wartete, waren wir nicht nur dabei: Auf Einladung von Ford pilotierten wir beim Ehrenlauf einen Ford Sierra RS Cosworth über den Parcours. Schon vor dem Mittagessen hinterm Auto einen heben? Standard bei den Schloss Dyck Classic Days! Nur dass es bei weit über 30°C in historisierender Ausgehkleidung unter schattigen Bäumen nicht Pilsator, sondern Pommery am Klapptisch genossen wurde. Auf die sonst die Alleen säumenden Strohballen musste 2018 wie auf Tabakkonsum aus Brandschutzgründen verzichtet werden, der weidene Picknickkorb wurde in den Kofferräumen zumeist deutscher und britischer Klassiker dennoch selbstverständlich in Szene gesetzt.
Auch sonst war das alles andere als eine Sonntag-mit-Bratwurst-auf-Parkplatz-Veranstaltung, mit dem Concours d´Elegance „Jewels in the Park“ stellen die Classic Days eine von global lediglich nur neun Veranstaltungen dar, die als würdig erachtet wurden, das Prädikat der FIVA der Kategorie „A“ = Spitzenklasse zu führen.

Kraftprotz: Der 280E mit 185 PS war damals trotz der „Aerodynamik einer Schrankwand“ mit rund 200 km/h „Chef“ auf der linken Spur. Noch mehr Spaß kommt auf, wenn man den Schriftzug am Heck gegen 200D tauscht. Fotos: Daimler AG, Oldtimerreporter.Haehnel (1)    


Was musste er alles über sich ergehen lassen. Stricher, Wanderdüne, Bauern-Benz, rollende Schrankwand, Heizöl-Ferrari, um nur die häufigsten Spötteleien zu nennen. Bis heute halten sich diese Begrifflichkeiten im Sprachgebrauch, wenn es um den schwäbischen Konterrevolutionär geht. Allerdings nennen ihn  heute ausgerechnet seine Anhänger so, mit einem liebevollen, fast zärtlichen Unterton.
Aber wieso soll der /8 ein Konterrevolutionär sein? Auf den ersten Blick scheint dem tatsächlich so, kam er doch streng konservativ aussehend und mit seinen hochstehenden Scheinwerfern fast schon arrogant erhaben dreinschauend in die Verkaufsräume der Händler. Im Januar des Jahres, in dem die Studenten zum Sturm auf die bürgerliche Bastille bliesen, 1968 erschien er also auf der Bildfläche.
Die Daimler-intern W114 und W115 genannte Baureihe, die so erfolgreich werden sollte, dass sie 1974 sogar den Golf in der Zulassungsstatistik überholte. Zugegeben, der Golf kam erst im Mai 1974, aber immerhin. Somit erklärt sich übrigens auch die Bezeichnung /8. Das Kürzel steht für das Erscheinungsjahr 1968, um die noch einige Zeit weiter produzierten W110-Modelle, die teilweise die gleichen Typbezeichnungen trugen, zu unterscheiden.
Die W115-Modelle umfassen die Vier- und Fünfzylinder-Modelle, das Kürzel W114 sagt aus, dass man einen Reihen-Sechszylinder vor sich hat. Anfänglich...

Wie sehr der Meister ins Detail geht, zeigen die Preistafeln des gebrauchten Peugeot und des Simca auf dem Gebrauchtwagenplatz. Fotos(4): Robert Göschl


Der Oldtimerreporter führt eine neue Rubrik ein, Thema: Modellautos. Denn nicht nur die Originale sind zum Teil schon kultige Kisten, auch ihre Miniatur-Ableger sind äußerst beliebt. Den Auftakt zu unserer neuen Reihe bildet allerdings eine ganze Armada von Modellautos. Der Österreicher Robert Göschl baut Modell-Szenen. Und Bilder seiner Werke wurden auch schon in Büchern des Motorbuch-Verlages veröffentlicht.
Robert Göschl ist Verkaufsleiter beim Autohaus Gerlach im österreichischen Straßwalchen. Doch für ihn ist es nicht nur ein Job beim Renault-Vertragspartner, es ist weit mehr. Es ist eine Art Lebensgefühl. Das zeigt sich schon beim Fuhrpark Göschls. Nicht weniger als acht Fahrzeuge zählt der Bestand, darunter auch Exoten wie Renault 15, Avantime und eine Alpine. Mit viel Liebe hegt und pflegt er seine Lieblinge. Doch Göschl hat auch eine andere, eine weniger zärtliche Seite...
Robert Göschl steigt die Stufen hinab, die ihn in die Katakomben seines Hauses führen. Er betritt einen Raum. Sein Blick ist fokussiert, er ist fest im Willen. Heute muss es passieren. Und da liegt sie auch schon vor ihm. In ihrer ganzen, unbefleckten und reinen Unschuld. Zärtlich streichen seine Finger über sie, doch dann packt er sie, hält sie fest in seiner Hand und beginnt sie sauber zu zerteilen.
Keine Angst, das ist kein Auszug aus Stephen Kings neuestem Roman. Und auch kein Horrorbericht aus der Kronenzeitung. „Sie“ ist eine Alpine A110 im Maßstab 1:43. Und sie wird Teil eines genialen Projektes. Denn Robert Göschl baut in seiner knappen Freizeit Dioramen.