Oldtimerreporter überregional

Weniger Auto geht nicht - Walter Schätzles Shopper hatte mit seinen Verarbeitungsmängeln, magerer Optik und Ausstattung letztlich keine Chance. Foto: Oldtimerreporter.Haehnel


Friedrich ist ratlos. Sein gutes, altes ´58er Goggo-Coupé schwächelt in letzter Zeit immer häufiger. Fünfzehn Jahre lang von seiner Geburt an ist das Wägelchen klaglos gelaufen, nun häufen sich die Wehwehchen wie bei Friedrich selbst. Na ja, denkt Friedrich sich, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, Jahrgang 1901, da knirscht es schon mal in den Gelenken.  Aber der Goggo?

„Der Käfer“ lautet der wenig kreative Titel des vorliegenden Buches. Gerettet wird er durch den erst auf den zweiten Blick ins Auge fallenden Untertitel: „Auto-Biografien“.
„Kaum ein Auto weckt so viele Emotionen wie der VW Käfer“ meldet der hintere Buchdeckel. Das dürfte unstrittig sein, und so haben Katja Volkmer und Joerg Lehmann Lebens-Geschichten rund um das Auto der Deutschen in den fünfziger  und sechziger Jahren zusammengetragen. Genauer gesagt: Joerg Lehmann sammelt seit Jahren Familienfotos mit dem Volkswagen. Um diese Fotos herum hat Katja Volkmer, eigentlich freie Journalistin, Geschichten gesponnen und aufgeschrieben. Da die Hintergründe vieler Fotografien nicht bekannt waren, sind neue, eigene Erzählungen entstanden. Ab und zu ist auch ein autobiografischer Vorfall dabei, wobei diese nicht gekennzeichnet sind und es mir offengestanden schwer fällt, die wahren von den erfundenen zu unterscheiden. Ich tippe mal auf „Ich hab noch einen Käfer in Berlin“ und „Afrika“, diese haben mir zudem besonders gut gefallen. Generell ...

Man muss einfach nur nette Nachbarn haben. Am besten von der alten Schule: „Bloß nichts wegwerfen“. Oder zumindest einen Arbeitskollegen, der solche hat. So wie Tobias Krebs. Unter einem Schleppdach stand dort, seit 18 Jahren unberührt, ein Skoda Octavia. Nein, nicht die Familienkutsche der Volkswagen-Konzerntochter. Einer aus der Zeit, in der Skoda noch eigene Autos baute. Noch bevor die Motoren ins Heck wanderten (um danach unter Wolfsburger Leitung  wieder nach vorne zu ziehen).
Leider war die Überdachung etwas klein, so stand die Front in Wind und Wetter. Das Wichtigste jedoch war gut geschützt: das Heck. Denn es handelt sich um einen der inzwischen äußerst seltenen Kombis. Neben der Front war auch der Motor völlig hinüber,

Mittendrin statt nur dabei: Oldtimerreporter Arild Eichbaum konnte mit einem historischen Ford-Renner selbst Gas geben. Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Als bei den Schloss Dyck Classic Days alles aufs traditionelle Kommando „Gentlemen…start your engines“ wartete, waren wir nicht nur dabei: Auf Einladung von Ford pilotierten wir beim Ehrenlauf einen Ford Sierra RS Cosworth über den Parcours. Schon vor dem Mittagessen hinterm Auto einen heben? Standard bei den Schloss Dyck Classic Days! Nur dass es bei weit über 30°C in historisierender Ausgehkleidung unter schattigen Bäumen nicht Pilsator, sondern Pommery am Klapptisch genossen wurde. Auf die sonst die Alleen säumenden Strohballen musste 2018 wie auf Tabakkonsum aus Brandschutzgründen verzichtet werden, der weidene Picknickkorb wurde in den Kofferräumen zumeist deutscher und britischer Klassiker dennoch selbstverständlich in Szene gesetzt.
Auch sonst war das alles andere als eine Sonntag-mit-Bratwurst-auf-Parkplatz-Veranstaltung, mit dem Concours d´Elegance „Jewels in the Park“ stellen die Classic Days eine von global lediglich nur neun Veranstaltungen dar, die als würdig erachtet wurden, das Prädikat der FIVA der Kategorie „A“ = Spitzenklasse zu führen.