Momentaufnahme

Sieht gar nicht so schlecht aus - dieser Typ 3 mit den runden Stoßstangen des Vorgängers...
Foto: Oldtimerreporter.Fröhlich


Da stimmt doch was nicht, sagt der VW-Typ 3-Kenner sofort. Kantige Haube und runde Stoßstangen? Gab es so nicht. Richtig, sagt der Eigentümer unbeirrt, und liefert die Erklärung gleich hinterher: Er findet die runden Stoßstangen einfach schöner. Und die alten Blinker auch! Aber warum dann kein Chrom? Nun, die rundlichen passen nicht zu hundert Prozent um die Kotflügel herum. Damit sie nicht zu weit nach vorne stehen, muss man die Innenecke abflexen.
Dafür wollte er keine der doch recht raren Chromstoßstangen „zersägen“. Eine rostige hatte er sowieso noch zu liegen, die hat er einfach abgeschliffen und lackiert. Apropos Lack: die Kosten alleine für den Lack in dem offiziellen Farbton Marinablau wäre doch recht happig gewesen, der Farbspezialist hatte aber dieses Himmelblau als Standardfarbton im Angebot – da fiel die Wahl nicht allzu schwer.
Für angemessenen Vortrieb sorgt ein Typ 4-Motor mit zwei Dell’Orto-Vergasern, die gern sportlich gefahren werden. Bei so vielen Anpassungen hör ich schon die „Frevel!“-Rufe, doch zur Beruhigung sei gesagt: in der heimischen Garage wird gerade ein 68er Typ 3 aufgebaut – ganz original!


Für Manta-Fahrer, die einen Kombi wollten: Der "Hatchback", der Opel Manta CC mit der großen Heckklappe, kam 1978.
Foto: Alf van Beem


Es gibt Vorurteile und Meinungen, die bleiben auf ewige Zeiten unauslöschlich in den Köpfen der breiten Masse haften. Französische und italienische Autos rosten bzw. streiken immerzu und die Fahrer eines Manta B haben immer einen erkälteten Ellenbogen. Warum das? Ganz einfach, sagt die öffentliche Meinung: Der Arm hängt zu jeder Jahreszeit aus dem Fenster bei den B-tisten. Ist dem tatsächlich so? Und was ist überhaupt das Phänomen des Manta B?

Nicht nur Kanzler, sondern auch Schausteller bevorzugten die S-Klasse. Erstere als Repräsentationsobjekt, die Zweiten als Zugfahrzeug für ihre schweren Wohnanhänger. Bis zu 286 PS standen letztlich zur Wahl. Foto: Daimler AG


Westdeutschland 1972. In einer niedersächsischen Kleinstadt rollt gerade der 15.000.000ste Krabbler vom Band. Automobile Revolution findet andernorts statt. Revolution? Wo? Bei uns nur in Maßen. Wer das 1972 sagt? Unter anderem Mercedes. Man sei, so heißt es, in Rufweite hinter der Mode.
Doch plötzlich muss man im Schwabenland gar nicht mehr so laut rufen, um die technische Mode zu hören. W 116 heißt das Zauberwort der Erneuerung, und die hat es buchstäblich faustdick in sich. 4,96m – 5,06m Länge. 1,43m Höhe. 1,87m Breite. Nein, das sind nicht die Ausmaße des Kleiderschranks von Verena Pooth. Es sind die Abmessungen des Mercedes W116.