Momentaufnahme

Nicht ganz billig: Ein gutes Zweier-Coupé bewegt sich bei etwa 10.000 €. Foto: Oldtimerreporter.Müller.


Ein niedliches  Etwas, dass da ab 1955 von den Glas-Bändern in Dingolfing purzelte. 250, 300 oder 400 zweitaktende Kubikzentimeterchen im Heck, maximal 20 PS aus zwei Zylindern, ein Fahrwerk mit pendelachsigen O-Beinen hinten UND vorne. In der Ebene gab es ein gewisses Vorankommen, das Erklimmen von Bergen bedurfte einiger Geduld – auch der des Hintermanns. 2,90 m Gesamtlänge, Platz für zwei schlanke Personen plus ein schlankes Kind. Klingt alles nach einem Rezept für einen Misserfolg, finden Sie? Mitnichten, Klein-Goggo entwickelte sich zum heimlichen Liebling hinter dem bereits allmächtigen Käfer. Aber wie kam das zustande?

Liebe Leser, was bedeutet das Wort Genialität? Der Duden sagt dazu,  Genialität sei von Genialität zeugende, durch sie entstandene Beschaffenheit. Kann man es als Genialität bezeichnen, bei einer Konstruktion etwas einzusparen und trotzdem zu einem guten Ergebnis zu kommen? Gewiss, das kann man, und der französische Automobilbau bietet dafür mindestens ein herausragendes Beispiel : Den Citroen 2 CV. 1948 erstmals auf dem Pariser Autosalon ausgestellt, wurde er zunächst vielfach belächelt ob seiner scheinbar primitiven Konstruktion. Ein Rolldach aus Segeltuch, Klappfenster, dünnes Blech und scheinbar nur lose angehängte Karosserieteile. Das alles wirkte sehr einfach zusammengebaut und war es wohl an manchen Stellen auch.

Vor genau 70 Jahren, am 10. April 1950, beendete Tazio Nuvolari (1892-1953) seine großartige Karriere hinter dem Lenkrad eines Abarth 204A. Nuvolari, einer der erfolgreichsten Grand-Prix-Piloten der 1930er Jahre und Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 1933, startete für die „Squadra Carlo Abarth“ beim Bergrennen am Monte Pellegrino bei Palermo auf Sizilien.
Der Tipo 204A war der erste Rennwagen der ein