Ostmobile.info

Zu Wendezeiten landeten sie haufenweise auf den Schrottplätzen. Aber es gab treue Fans, die einige von Ihnen davor bewahrten. Und heute sind sie begehrte Sammlerstücke  - die Ostmobile. Seien es Trabis, Wartburgs, Skodas oder Ladas oder alles andere, womit der Osten mobil war.
Hier ist der Platz für die Sammlerstücke, ihre Geschichte, ihre Halter und die Klubs. Ostmobile.info ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter für klassische Fahrkultur aus dem Osten. Gedruckt und im Netz.
Viel Spaß dabei!



Frank Petzchen und sein Überlebender. Fotos: Oldtimerreporter.Fröhlich


Am  30. April 1991 lief der letzte Trabant in Zwickau vom Band – doch verkauft wurden die letzten Neuwagen erst im Jahre 1996. Wie kam‘s dazu? Im November 1989 war die Mauer gefallen, und in der darauffolgenden Zeit der Fast-Anarchie fluteten Abertausende von Zehnthand-Gebrauchtwagen aus dem Westen die Neuen Bundesländer: VW Golf, Ford Fiesta, Opel Kadett. Zustand egal, Hauptsache fahrbereit. Die eben noch sehnlichst erwarteten Trabant wurden lieblos in den Nebenstraßen der Großstädte abgestellt. Selbst der Zwitter mit den vier Takten eines Polo-Herzens wird verschämt in der Garage versteckt.
Gleichzeitig wandern viele der nagelneuen Eins-Einser nach Ungarn, dort hat man noch ein Herz für die etwas altbackenen Trapezlimousinen.
Nun ist ein türkischer Geschäftsmann der Meinung, der knuffige Kleinwagen wäre das Auto für seine nicht ganz so zahlungskräftigen Landsleute. Denkt’s und verfrachtet um die 500 Trabanten in die türkische Mittelmeerstadt Mersin. Allerdings hat er die Rechnung ohne die heimischen Behörden gemacht. Die erteilten den Zwickauern nämlich keine Einfuhrgenehmigung.
Irgendwie dumm gelaufen: Jetzt stehen um die 500 Neuwagen ziel- und sinnlos im Zollbereich des Hafens von Mersin rum. Irgendwann geht die Firma des Geschäftsmannes pleite. Und die salzige Meeresluft beginnt, ihr teuflisches Werk zu verrichten.

Der geht gut: Thomas Funke ist mit der Leistung des Rallye-Klassikers zufrieden. Fotos: Oldtimerreporter.Haehnel.


Gasgeben? Nun ja, die Redaktion tut das für die Magazine, immer – sei es im Netz oder gedruckt. Zum tatsächlichen Schnellfahren – auch noch mit einem Oldtimer – haben wir aber jemand anderes gefunden. Und dieser jemand, oder diese beiden, können das auch besser, viel besser als die Redaktion. Thomas Funke und Nico Rostalski werden auch die Fahne von Oldtimerreporter in der Rallye-Saison hochhalten.
Und das natürlich mit einem standesgemäßen Auto: Der 1600-er Lada VAZ 2105 VFTS von 1986 hätte eigentlich ein beschaulicheres Sportdasein im Histo-Cup verdient. Aber: „Wir wollen bis zum Schluss richtig Gas geben. Gleichmäßigkeit ist nicht unser Ding“, sagt Pilot und Chefschrauber Thomas Funke dazu.

Gelebte Geschichte: Alexander Straka darf zu Recht stolz auf sein Werk sein.
Fotos: privat


Ich erschrak: Da stand mein Diskomobil auf einem Bild auf dem Marktplatz von Saalfeld.  Ich glaubte es nicht. Vor etwa 40 Jahren hatte ich meinen zeitweiligen Arbeitsplatz aus der Ukraine zurück in die DDR gefahren. Gut drei Jahre hatte ich das Diskomobil über Baustellen des Zentralen Jugendobjekts Drushba-Trasse gefahren und im Dezember 1978 in Berlin abgeliefert. Danach stand der bunte Kasten-Robur noch einige Jahre in der Pionierrepublik am Werbellinsee bei Berlin.