Ostmobile.info

Zu Wendezeiten landeten sie haufenweise auf den Schrottplätzen. Aber es gab treue Fans, die einige von Ihnen davor bewahrten. Und heute sind sie begehrte Sammlerstücke  - die Ostmobile. Seien es Trabis, Wartburgs, Skodas oder Ladas oder alles andere, womit der Osten mobil war.
Hier ist der Platz für die Sammlerstücke, ihre Geschichte, ihre Halter und die Klubs. Ostmobile.info ist das Magazin aus dem Hause Oldtimerreporter für klassische Fahrkultur aus dem Osten. Gedruckt und im Netz.
Viel Spaß dabei!



Man muss einfach nur nette Nachbarn haben. Am besten von der alten Schule: „Bloß nichts wegwerfen“. Oder zumindest einen Arbeitskollegen, der solche hat. So wie Tobias Krebs. Unter einem Schleppdach stand dort, seit 18 Jahren unberührt, ein Skoda Octavia. Nein, nicht die Familienkutsche der Volkswagen-Konzerntochter. Einer aus der Zeit, in der Skoda noch eigene Autos baute. Noch bevor die Motoren ins Heck wanderten (um danach unter Wolfsburger Leitung  wieder nach vorne zu ziehen).
Leider war die Überdachung etwas klein, so stand die Front in Wind und Wetter. Das Wichtigste jedoch war gut geschützt: das Heck. Denn es handelt sich um einen der inzwischen äußerst seltenen Kombis. Neben der Front war auch der Motor völlig hinüber,

Glitzerkram: Auch im Osten wollten die Funktionäre glänzen.
Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Wer in den USA in der zweiten Hälfte der 50er etwas zu sagen hatte, saß bevorzugt in Cadillac, Lincoln und Imperial, während die östliche Nomenklatur gern die GAZ 13 Tschaika bestieg. In überraschend vielen Punkten glichen sich die Nobelschlitten aus Ost und West.
Die erste Tschaika verließ als GAZ-13 im Jahre 1959 das Automobilwerk Gorki. Während der ZIL-111 exklusiv den ersten Genossen als Staatskarosse diente, fungierte sie als prestigeträchtiger Dienstwagen weniger hoher staatlicher Organe. Gestalterisch lehnte sie sich unmissverständlich am 55er/56er Packard an – auch ZIS 110 und ebenjener ZIL 111 waren kaum verhohlene Packard-Kopien – und wartete mit Stilkniffen weiterer US Cars wie Rückleuchten im mittfünfziger Buick-Look auf. In Ermangelung eigener Kompetenz wurde von den verteufelten Imperialisten auch in der Architektur in Form eines Leiterrahmens mit separater Stahlkarosserie imitiert. Auch die Maße vom GAZ Oldtimer kamen denen eines ausgewachsenen US Cars nahe: Auf 325 cm Radstand trafen 560 cm Länge, 200 cm Breite und 162 cm Höhe; das Leergewicht der Tschaika lag bei 2,1 Tonnen. Wenn auch...

Jäger des verlorenen Schatzes: Fotograf Günter Thau hat einen Robur in Diskomobil-Aufmachung in Saalfeld "erwischt". Wurde das echte Auto doch nicht verschrottet? Wir bleiben dran.


Festung, Eroberer, Herr der sieben Meere. Das ist Robur. Oder auch ganz einfach ein „Ello“. So wurde er oft liebevoll von seinen Fahrern genannt. Die Rede ist von dem Klein-LKW, der von seinen Schöpfern nach dem lateinischen Begriff für „Stärke“ oder „Widerstandskraft“ auf eben diesen Namen getauft wurde. Eine Sonderausführung als „rund-Diskomobil“ - im Einsatz in der wilden Ukraine an der Trasse - gab es auch noch. Und die soll jetzt in Thüringen wieder aufgetaucht sein!? Unser Autor Hajo Obuchoff bleibt dran. War er doch der Chef vonnt Janze! Die Geschichte und die Geschichten dazu hat er jedenfalls schonmal unterhaltsam zusammengefasst.