Bei dem "göttlichen Beistand" musste die Premiere ja klappen - bis auf den Platz jedenfalls.                                                
Foto: Oldtimerreporter.Eichbaum


Volle Hütte. Richtig volle Hütte! Gleich vorab: Es tut uns leid, dass nicht alle ein Plätzchen auf dem Köpernicker Hof finden konnten. Das passiert uns nicht noch mal. Es passte aber eben auch alles: das Wetter, die Location. So strömten die Besucher mehr als zahlreich.
Schon um neun Uhr - wir reiben uns noch den Schlaf aus den Augen - stehen die ersten Oldtimer auf dem Gelände. Und ab zehn gibt es kein Halten mehr: von Trabant bis S-Klasse, von Goliath-Dreirad bis zum LO, von Ost nach West mit zwei, drei, vier (oder noch mehr) Rädern war alles vertreten. Ein kleiner Rundgang.
Gerade kommt ein hellblauer Opel Rekord A auf den Hof gefahren, „dans son jus“ würden die Franzosen sagen. Solch einen Alltagszustand sieht man bei Fahrzeugen der frühen 60er Jahre nur noch selten. Aber der Zuverlässige läuft. Gleich links um die Ecke tummelt sich eine ganze Horde Trabants, dahinter ganz verstohlen ein Doppelpack Alpine (A 110 und A 310) und im weiteren Verlauf ein Horch P2M. Dieses kübelähnliche Fahrzeug wurde in den Kriegsjahren entwickelt und besitzt neben Allradantrieb technische Finessen wie eine zuschaltbare, mitlenkende Hinterachse. Der Wendekreis konnte dadurch fast halbiert werden. Leider war der P2M technisch zwar hochentwickelt, dadurch aber viel zu schwer – und für den Kriegseinsatz auch zu kompliziert. Nach dem Krieg wurde er in den Horch-Werken weiterproduziert, einige wenige haben im Feuerwehrdienst bis heute überlebt.
Rücklings zur alten Backsteinhalle, die den Platz abschließt, steht ein Velorex-Dreirad. In der Tschechoslowakei...

...produziert in einer Zeit, als die Menschen noch mit einer überdachten Zündkerze zufrieden waren. Nicht nur das Dach, sondern die gesamte Bespannung des Rohrrahmens besteht aus einer Art Kunstleder. Der Velorex hat übrigens den 2. Platz unseres kleinen Wettbewerbs gemacht.


Sieg auf der ganzen Linie - jedenfalls mit geballter Familien-Power und einer wunderhübschen Caravelle in der Renault-Klasse.
Foto: Oldtimerreporter.Fröhlich


Gleich nebendran steht der 3. Platz (Zufall, oh Zufall, liebe Jury?): ein Adler Trumpf Junior Sport, schön auf Saisonkennzeichen und eigener Achse angereist. Doch es gibt noch viel mehr zu sehen: einen Lanchester aus den 50-er Jahren, Chevy und Corvette, Heckflosse und Ponton, Goggo und Käfer, dazu ein paar Motorräder, wie eine seltene FN M50 von 1924, ein richtiges Eisenschwein. Vier Zylinder längs in Reihe lieferten sparsame 13 PS aus großzügigen 750 ccm.


Dieses liebevoll gepflegte Goliath-Dreirad hat zurecht den Gesamtsieg eingefahren - oder?                                 
Foto: Oldtimerreporter.Fröhlich


In der Fabrique Nationale in Herstal in Wallonien wurden seit 1901 Motorräder produziert. Zu Hochzeiten (1929) waren es sogar 15.000 Kräder pro Jahr. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte bekanntermaßen der Siegeszug des Autos, 1967 war für die FN-Motorräder Schluß.
Etwas versteckt neben der  Backsteinhalle steht der Renault-Sonderpreis-Gewinner, eine wunderschöne, rote Caravelle. Der zweite Renaultplatz – wenn es denn einen gegeben hätte - wäre bestimmt an das hübsche blaue Cremeschnittchen gegangen, das draußen vor dem Tore steht. Wie übrigens auch zwei BMW aus der 02-Serie und zwei 311er Wartburg.
Aus den USA kommen der Cadillac Sedan de Ville 1959 und der VW Bus L von 1970. Wobei letzterer das Licht der Welt in Hannover erblickt hatte, bevor er nach Hawaii ausgeschifft wurde, wie der heutige Eigentümer berichtet. Entdeckt hat er ihn allerdings mehr „aus Versehen“, als er auf dem amerikanischen Festland beim Abholen eines anderen Bullis baustellenbedingt einen Umweg fahren musste.
Die Sonne gibt ihr Bestes, zum Glück jedoch nicht über 30 Grad, wie so oft diesen Sommer. Der Biergarten ruft trotzdem, unterwegs muss ich unbedingt noch eine wirklich original Elsässer Tarte Flambée  probieren. Meine Empfehlung: mit Schweizer Käse. Dann folgt die Siegerehrung: Der erste Preis geht an das wunderschöne, hellgraue Goliath-Dreirad, das zusammen mit mir auf den Hof getuckert ist – herzlichen Glückwunsch! Die anderen Preise habe ich bereits verraten.
Nach der Preisverleihung kommt Bewegung in die Oldie-Sammlung. Die Ersten fahren nach Hause –oder noch auf eine kleine Tour- dafür können andere auf den Hof nachrücken. Knapp 100 Fahrzeuge und geschätzte 500 Besucher durften wir begrüßen – es war uns eine Ehre. Ja und nächstes Mal gibt es auf jeden Fall mehr Platz, viel mehr Plat, mehr als doppelt soviel! Sowas passiert uns nicht wieder. Also schon mal vormerken: Sonntag, 8. September – Köpenicker Hof!

Das Riesen-Fotoalbum von Arild Eichbaum und Kai Fröhlich:
(Zum Vergrößern und/oder Blättern auf die Bilder klicken!)

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