Gut bewacht: Der Jeep ist übrigens kein Jeep - sondern ein Ford - und wurde liebevoll historisch und originalgetreu aufgearbeitet.
Fotos: Oldtimerreporter.Fröhlich


Open-Air-Events sind nur was für Veranstalter mit einem gewissen Hang zum Risiko. Wie die beiden Jungunternehmer Julian und Luzian Born. Sie betreiben seit 2017 eine Oldtimervermietung und -vermittlung für Film und Fernsehen und debütierten voriges Jahr mit einem zweitägigen Oldtimertreffen auf der Spandauer Zitadelle. Das historische Ambiente gibt ein perfektes Dekor für klassische Vehikel, kein Wunder also, dass dieses Jahr weit mehr Fahrzeuge als im Vorjahr das Oldtimer Open Air ansteuerten.

Die Gebrüder Born hatten das Konzept etwas umgebaut: Samstags eine Ausfahrt ins Berliner Umland (darüber an anderer Stelle mehr) und Sonntag Treffen auf der Festung. Bewährt hatten sich die fixen Standzeiten der Exponate, so blieb den Besuchern das ewige Gefahre auf dem Gelände erspart, und man konnte sicher sein, auch drei Stunden später zum Beispiel in der Opel-Ecke immer noch eine ganze Armada GTs sowie ein im wahrsten Sinne buntes Spektrum vom  ´55er Olympia Rekord oder Kadett A bis zum Ascona B oder Kadett C GT/E bewundern zu können.


Sehr selten: ein GAZ Pobeda...


Sicher ist sicher: direkt hinter dem Eingang stand die Military Police: Den aus Dänemark stammenden Ford MUTT , Nachfolger des legendären Willys Jeep, hatte der in passende Uniform gekleidete Besitzer in 30 Jahren akribisch einem Exemplar der US-Streitkräfte an der deutsch-deutschen Grenze nachempfunden (die US-Originale waren auf Anordnung alle bei der Ausmusterung verschrottet worden – wegen des abenteuerlichen Fahrverhaltens…angeblich – inklusive Funktechnik und Bewaffnung (natürlich nur Attrappe).


...der 1958 18.500 Mark gekostet hat.


Auf dem Hof und in den Seitensträßchen war wieder allerlei Seltenes zu sehen, wie ein Borgward P100, das einstige Flaggschiff der Bremer und erstes deutsches Fahrzeug mit Luftfederung, ein ultraseltenes Cisitalia 850 Coupe aus argentinischer Fertigung, gleich zwei Exemplare des ebenso raren Bitter CD, ein Glas Isar K 700 oder ein GAZ Pobeda M20 von 1955 mit original Kaufbeleg der HO Industriewaren Dessau. Insgesamt hatten sich 160 Automobile sowie 50 Zweiräder eingefunden.


Nicht minder selten: der Glas Isar Kombi 700.


In den Pausen der Liveband schlenderte Moderator Andreas Hoffman-Sinnhuber durch die Fahrzeugreihen und hatte zu praktisch jedem Vehikel eine Anekdote auf Lager.  Seine kurzweiligen Ausführungen wurden sodann live auf eine Großbildleinwand übertragen. Die wiederum aus dem schattigen Biergarten bestens einzusehen war, kein Wunder also, dass dort den ganzen Tag alle Plätze belegt waren.
Zum Schluss gab’s dann noch Pokale, zugeteilt von einer hochkarätig besetzten Jury: Lina van de Mars, Fernsehmoderatorin, Motorsportlerin und Schlagzeugerin – und gelernte KFZ-Mechatronikerin, Alexander Gregor, Schauspieler und Oldtimermoderator und Thomas Ulrich, Geschäftsführer der Automobilhistorischen Gesellschaft hatten die Punkte vergeben.
Das Festungsmuseum und die aktuellen Sonderausstellungen waren allesamt frei zugänglich, dazu wurden die VIP-Gäste in der Schänke der Zitadelle mit einem vorzüglichen Büffet versorgt. Zahlreiche Streetfood-Stände sicherten die kulinarische Versorgung der anderen knapp 1800 Besucher.


Award-Jury in Aktion (v.l.n.r.): Fernsehmoderatorin Lina van de Mars mit Veranstaltungsmoderator Andreas Hoffman-Sinnhuber, Thomas Ulrich und  Alexander Gregor, seines Zeichens ebenfalls Oldtimermoderator und Schauspieler.


  Der Wettergott mag die Borns: weder extreme Hitze noch sintflutartige Regenfälle, wie noch wenige Tage vorher, störten das Open Air, damit volle Kraft voraus Richtung OOA 2020.


Wie immer gut besucht: der Infostand von Oldtimerreporter - diesmal mit dem Schwerpunkt "Franzosenblech.de".