Region Nordost

Gala-Nacht anders: Scheunenfund-Atmosphäre als Kontrastprogramm.
Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Bei der fünften Auflage der Motorworld Classics Berlin gab es eine erhebliche Neuerung: Die Oldtimermesse tagte erstmals parallel zur Boot & Fun Berlin. Der offizielle Startschuss fiel so am 20. November 2019 um 18 Uhr mit der Gala-Nacht der Boote und Oldtimer. Die große Sause ließen wir uns nicht entgehen.
Den Presserundgang durch die Autohallen inklusive abschließender Yachttaufe mit Zuckerglas-Flasche – die Sicherheit, Sie ahnen es – mit Schlaghose und Schulterpolstern absolviert, dann öffneten sich um 18 Uhr die Tore fürs zahlende Publikum. Es kamen – Spannungspause, Trommelwirbel – viele. Richtig viele. 12.000! Ob denen, die nun eher der Sinn nach landgebundenem Altmetall oder seegängigem Fiberglas stand, ist nebensächlich. Volles Haus ist nun mal volles Haus.

Planung: Lada-Treter Thomas Funke (r.) mit Co-Pilot Nico Rostalski im Fahrerlager.
Foto: Oldtimerreporter.Fröhlich


Es läuft gut für „unser“ Rallye-Team Funke/Rostalski, wenn man zumindest bedenkt, dass ihr Rennwagen ein 33 Jahre alter „Ostalgiker“ ist. Den eigentlich biederen Lada 2105 – jetzt mit 1600er Maschine - haben sie zwar auf 130 PS getuned, aber im Teilnehmerfeld tummeln sich Ford Escort Cosworth, Mitsubishi Evo, Audi Quattro und Subaru Impreza.
Die Saison geht dem Ende entgegen, am vergangenen Wochenende starteten Thomas Funke und Nico Rostalski bei der Havellandrallye, die, auch wenn der Name anderes vermuten lässt, im Fläming ausgefahren wurde.

Also doch: Der Sozialismus siegt! Aber nur beim Oldtimerreporter-Treffen 2019 in Köpenick. Hier konnte die ehemalige Bonzenschleuder von ZK-Mitglied Konrad Naumann gewinnen. Die Jury fand ihn eindrucksvoll genug für den Siegerlorbeer.
Fotos: Oldtimerreporter.Fröhlich


Jetzt hört doch mal auf – so geht das nicht! Nein, im Ernst: Es war ein wundervolles Treffen, mit perfektem Wetter und phantastischen Autos. Dennoch: trotz Erweiterung war der Platz schon wieder knapp. Doch wer etwas Geduld hatte, kam immer rauf, schließlich fahren manche ja auch früher nach Hause.
Die Mischung war optimal: von Vorkrieg bis achtziger Jahre, Amis und Europäer, und in allen Kategorien von toprestauriert bis „dans son jus“. Schon vor 10 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge auf das historische Gelände des ehemaligen Köpenicker Gaswerks und wurden sogleich von Alexander Georg vorgestellt. Er ist ein exzellenter Moderator, der mit seiner warmen Stimme und weit gefächertem Oldtimerwissen nicht nur die Schmuckstücke beschrieb, sondern auch gleich einen Einblick in deren zeitliches Umfeld gab. So hatte er das Glück, anhand von zwei zeitgleich einfahrenden Fahrzeugen den Scheideweg von BMW und EMW „am Objekt“ erläutern zu können.