Während sich "Sir Paul Earl of Peppadew" in Connolly-Leder räkelt, gibt's "for the Staff" ein klitze Stühlchen im Freien. Wenn das kein Luxus ist...
Fotos: Oldtimerreporter.Gaubatz


„Weine nicht, wenn der Regen fällt“, so trällerte uns Drafi Deutscher seine Weisheit ins Ohr. Zumindest für Christoph Schneider und seine Crew galt dies am vergangenen Wochenende im Besonderen. Denn der vielzitierte Regengott meinte es gar nicht gut mit dem Gastronomen mit großem Herz für Oldtimer vom Hotel-Restaurant Margaretenhof. Und doch, am frühen Samstagnachmittag konstatierte Martin Hochstraßer, Chef der „Renault IG Saar“ und helfende Hand bei dem Treffen, es sei schon stärker frequentiert als im Vorjahr. In der Tat, es gab einiges zu Bestaunen. Und wahrlich keinen Grund zum Weinen.


Dickschiff der anderen Art - ein Kässbohrer Setra  S6 gab sich ebenfalls die Ehre...


Schon die Anfahrt zu dem seit Jahren bekannten und beliebten Treffen, gestaltete sich als Überraschung. Die Zufahrtsstraße zum Gelände war in ihrer Verkehrsführung geändert, nämlich zur Einbahnstraße umfunktioniert. Parkplätze waren gut sichtbar ausgeschildert, sowieso war das Treffen schon rechtzeitig durch große und gut erkennbare Hinweisschilder ausgewiesen. Helfer verteilten die ankommenden Fahrzeuge auf die ihnen zugedachte Plätze, alles war organisiert und durchdacht. Die „Langzeitgäste“, die weitere Anreisen hinter sich hatten, waren schon im Begriff ihre Wohnwagen und –mobile aufzubauen, Händler und Versorgungsstände waren besetzt und bereit, den Kunden alle möglichen Wünsche zu erfüllen. Vom Bremszylinder bis zur Bratwurst, vom Chromspiegel bis zur Cola war alles da, was das Besucherherz erfreute.
Aber am interessantesten waren (natürlich!) die blechernen Pretiosen, die schon früh zum Bestaunen bereit standen. Vom alten Kässbohrer-Bus, über englische Jaguar und französische Mittelklassewagen, bis hin zum äußerst seltenen Fiat 128 Familiare.


Wolfsburger Arbeiterklasse: Nix Connolly, nix Dickschiff, "nur" ein Passat 1 im klassischen 70-er-Jahre-Orange. Dafür aber mehr "Dach"!
In der Größe kommen heutzutage  "Kleinwagen" daher.


Außerdem beglückte das Treffen ein VW-Club, der mit rund 70 Fahrzeugen auf seiner Ausfahrt in Berus einen Zwischenstopp einlegte. Hauptsächlich mit Käfer Cabriolets aller denkbarer Baujahre aus allen denkbaren Nationen in allen denkbaren Erhaltungszuständen. Daneben nahmen sich das Karmann-Ghia Cabrio und der Bulli T1 fast wie Exoten aus. Als die Krabbelgruppe dann wieder abreiste, schien es zunächst etwas leer auf der großen Wiese vor dem Margaretenhof. Doch der Schein trog, wie so oft. Denn immer mehr andere Oldtimer kamen an, vom Rolls-Royce bis hin zur R4-Fourgonette und dem rollenden Imbiss von „Tillys Tante“, eine zum Foodtruck umgebaute Renault Estafette.
Besonders erwähnenswert ist der Besuch eines britischen Roadster-Freundes. Auf die Frage, ob er hier Urlaub mache, erwiderte er, er wäre eigens für dieses Treffen angereist. Es stellte sich heraus, dass der Brite vor vielen, sehr vielen Jahren bei Ford in Saarlouis arbeitete, und daher die Gegend und das Treffen kannte. Na, wenn dies kein besonderes Lob ist? Ebenfalls hervorheben muss man ein ganz außergewöhnliches, kleines Autochen. Roland Rau steuerte seinen Fiat 128 Familiare auf das Gelände und zog sofort die Blicke auf sich. Auch wer sich nicht mit der italienischen Marke auskennt weiß, dass ein Kombi des kleinen Mittelklasseflitzers in Deutschland de facto eigentlich gar nicht existierte und selbst in seiner italienischen Heimat nicht gerade zu den Top-Sellern zählte. Im Schlepptau hatte Roland Rau den Kollegen Clemens Berwanger, der ebenfalls im Besitz eines 128 Familiare (!) ist. Und ganz nebenbei noch weitere vier (!!!) 128 Limousinen sein Eigen nennt. Diese Sammlung dürfte ihresgleichen suchen, zumindest in Gefilden nördlich der Alpen.
Im Übrigen bleibt festzustellen, dass der ganze Hype um das Wetter total überschätzt wird. Auch am Infostand des Oldtimerreporter merkte man nichts von Regen und Sturmböen. Viele Besucher hielten inne und schauten neugierig, was es denn hier so gäbe. Und schwupps, war man im Gespräch. Viele Anekdoten und Erinnerungen wurden zum Besten gegeben. Und bislang konnten wir im Südwesten noch nie so viele Extrablätter verteilen wie in Berus. Und jetzt sage mal einer, das Wetter würde eine Rolle spielen…