Region Südwest

Einmarsch der Gladiatoren. Wie es das Hofprotokoll verlangt, folgt der /8 mit gebührendem Abstand der S-Klasse.    Fotos(2): Oldtimerreporter.Gaubatz


Lebach wird einmal im Jahr zum Eldorado der saarländischen Oldtimerszene. Doch ein simples Oldtimertreffen? Damit ist es nicht getan. Die Stadt Lebach und der Verkehrsverein veranstalten zeitgleich eine Kirmes und einen verkaufsoffenen Sonntag. Für Unterhaltung, Speis' und Trank ist also bestens gesorgt. Aber wie sieht es auf dem eigentlichen Publikumsmagneten, dem Oldtimertreffen aus? Wir waren vor Ort.

American way of sports - mit Chewing Gum in den Federbeinen.
Fotos: Oldtimerreporter.Müller


Preisfrage : Welcher Oldie ist der Richtige? Gibt es einen eindeutigen Sieger bei der Frage nach DEM Oldie schlechthin? Zur Beantwortung dieser Frage begebe man sich auf ein großes Oldtimertreffen und erhalte die herausragende, absolut erfüllende und klare Antwort: Jein. Da versammelt sich alles, was bekannt und unbekannt ist, richtig alt neben Youngtimer, teuer neben Kassengestell und – groß neben klein.
Wir sehen ein Autobianchi Bianchina 500 Cabriolet, in real etwa 3m lang, gefühlt eher noch kürzer. 15 PS hat das Wägelchen, die italienischen Alpen dürften damit eine besondere Herausforderung gewesen sein. Man fragt sich, wie auch nur zwei Personen ohne klaustrophobische Anfälle in diesem Autochen gen Süditalien gebrummt sind. Na ja, im italienischen Sommer konnte man ja das Dach öffnen und sich Luft zuführen.
Ganz sicher aber werden...

Genügsam wie die Dromedare: der Mehari und sein Fahrer.
Fotos(3): Oldtimerreporter.Müller


Ein Würfel. Geschätzte 2.50m breit, 2.00 m hoch und 3.00 m lang. Mit L – Leisten eingefasstes Blech mit Minipli – Wellen. Im Würfel zwei Betten, schräge Musterung. So steht „es“ namens Casita 245 x 300 vor mir. Ganz offensichtlich handelt es sich bei dem Miniwürfel um einen faltbaren Wohnwagen. Diese Einschätzung bestätigt mir sogleich der stolze Besitzer des fahrenden Wohnzimmerchens. „Aufgeklappt und Plane rum – fertig.“
So beschreibt er den fixen Aufbau der kleinen Schlafstätte mit Rädern. Er sagt, man könne auch Urlaube zu viert im Würfelchen verbringen, ohne Zweifel. Ob man dazu die Gelenke eines chinesischen Zirkusartisten haben müsse, lässt er offen. Viel lieber lenkt er das Gespräch auf die weiteren Kuriositäten aus seiner Fahrzeugsammlung. Da wäre z.B. ein Citroen C4-LKW aus dem Jahr 1932. Gab es damals oft, sagen Sie? Stimmt, in der Version mit vier Rädern ganz sicher. Aber in der Variante als Kettenfahrzeug für Stock und Stein? Wohl eher nicht. Die Legende sagt, dass ein oberer Zehntausend Russlands in den 20er-Jahren das Bedürfnis nach einem geländegängigen Fahrzeug für die Jagd in der Steppe gehabt habe.