Auch Halter von Klassikern der Vorkriegsfraktion brauchen keine Bedenken wegen einer Trockeneisbehandlung zu haben. Da ist Peter Mochow (r.) ganz sicher - getestet am eigenen Citroen von 1923.
Fotos: Oldtimerreporter.Eichbaum


Wie sieht eigentlich mein Unterboden aus? Wie entferne ich peinliche Klebereste von der Chromstoßstange? Klarer Fall: Strahlen lassen. Idealerweise mit Trockeneis. Wir trafen einen Experten und lauschten gespannt.
Peter Mochow, dessen Eltern bereits vor 60 Jahren ihre Winterdienst-Fahrzeuge der Einfachheit halber selbst sandstrahlten, fasst die Vorteile des auf 75°C gefrorenen Kohlenstoffdioxids zusammen: „Es ist das Beste fürs Blech: Alusilikatschlacke erzeugt als Strahlgut Hitze und verteilt sich bis in den letzten Hohlraum. Gleiches gilt fürs Strahlen mit Glasperlen und Soda. Eine Wasser-Strahlmittel-Mischung ist zwar schonender, aber ebenfalls eine elende Sauerei und erzeugt obendrein sofort Flugrost.


Ausgangsmaterial: Mit diesen Pellets wird die Maschine "gefüttert":


Trockeneis hingegen heizt das Material nicht auf, ist nicht abrasiv und sublimiert abgesehen vom entfernten Farbstaub rückstandsfrei. So können wir an einem fahrbereiten Auto den Unterbodenschutz verschwinden lassen, ohne dabei durch hartes Strahlgut Gummiteile zu beschädigen oder die Funktion der Bremsen zu gefährden.
Es legt Rost frei, beseitigt ihn ohne zusätzliches Strahlgut aber nicht. Zudem ist das Trockeneis – da nicht stromleitend – auch im Motorraum jeglicher Fahrzeuge problemlos einsetzbar und lässt sich zur Anwendung sehr fein dosieren.“ Reicht eine behutsam von ihrer Druckerfarbe befreite Prospektseite als Beweis?


Vorher - nachher: Die Methode geht bei eigentlich allen Materialien.


Was der ungestörte Blick auf den eisgestrahlten Unterboden erfordert? Bei einem Mittelklasse-Wagen um die sechs Arbeitsstunden. Völlig unseriös, warnt der Eisheilige, seien Fixpreise – hier wird der Kunden entweder über den Tisch gezogen oder bekommt Pfusch.
„Wenn sich Schmutz oder Unterbodenschutz als sehr hartnäckig erweisen, dauert das Strahlen eben länger. Auch wenn wir vorher eine Probestrahlung durchführen, kann es zu solchen Überraschungen kommen. Wird dessen ungeachtet überall blankes Blech gewünscht, bekommt der Kunde das.
Will er innerhalb eines festgelegten Budgets bleiben, auch kein Problem. Das klären wir in solchen Fällen per Anruf und Bildern via WhatsApp.“ Der direkte Kontakt zum Kunden ist dem Team aus Rangsdorf sehr wichtig, die Beratung ebenfalls: Was kann er wie vorbereiten, was wird anschließend wo wie angegangen?
Achsteile und Motor-Getriebe-Einheiten etwa sind mit Glasperlen rascher gereinigt, müssen dazu aber ausgebaut sein. Grundsätzlich rät Mochow bei fragwürdigen Neuerwerben und bevorstehenden Restaurationen zur Unterbodenstrahlung – ehrlicher sagt ein Auto nie, was den Besitzer erwartet.


Zärtlich: Trockeneis entfernt sogar Druckfarbe schadlos vom Prospekt.


Und aktuell? „Zurzeit spezialisieren wir uns auf die Restaurierungsvorbereitungen für Ponton-Benze. So einer gehörte als Mietwagen einst ins Fuhrgeschäft meines Vaters, da kommen Erinnerungen hoch.
An meinem 1923er Citroen gibt es karosserieseitig ja nichts mehr zu tun...“

https://mochow-trockeneisreinigung.de/