Mehr Fan geht nicht: Sammler Volker Barthmann bringt die Hanomag-Leidenschaft mit Tourismus zusammen...      Fotos (2): berlinreporter.Wandelt


Eigentlich fahren sie Touristen durch Berlin oder Hochzeitsgesellschaften oder Partys oder, oder …
Der Unternehmer und Sammler Volker Barthmann bringt es aber ganz anders auf den Punkt: „Ich bin wahrscheinlich der größte Hanomag-AL-28-Cabrio-Halter Deutschlands – wenn nicht Europas oder der Welt.“ Und damit könnte er Recht haben. Sie sind verdammt selten geworden – die „Hanomag-GruKw“, was Behördendeutsch ist, aber aufgelöst „Gruppenkraftwagen“ bedeutet. Nun – ganz profan ausgedrückt sind sie die Vorläufer der aktuellen Mercedes-Vario-Gruppenwagen (auch Wanne genannt), wie sie nicht nur bei der Berliner Polizei im Einsatz waren. Offene Autos mit vielen Türen rundum  deshalb, weil die Beamten anno dunnemals am Einsatzort schnell absitzen mussten.Und sie sterben langsam aus, weil sie eben...

Cabrios sind. Zwar spielt im Song „Maat et joot“ auch so ein Hanomag als „Grenzschutzwrack“ eine Hauptrolle, aber BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken meint bei seinem musikalischen Ausflug mit den "Complizen" die geschlossenen Varianten, die einst ihren Dienst als Funker oder KüKw versahen. Uups, schon wieder so ein Behördenkürzel. Soll natürlich Küchenkraftwagen heißen. Und die sind begehrt und werden gesucht. So kommt es, dass es wohl nur noch wenig mehr Cabrios in Deutschland gibt, als die zehn die der Touristik-Veranstalter sein eigen nennt. Dass er die Autos richtig ins Herz geschlossen hat, sieht man schon daran, wie er mit Hingabe die Messingbuchstaben des H A N O M A G – Schriftzuges poliert.

Flughafen-Flotte: Wenn Sie mögen, werden Sie selbstverständlich auch nach der Landung mit einem Hanomag abgeholt. 


Für frische Führerscheininhaber ist er aber eher schwierig zu fahren, der GruKw. Schließlich handelt es sich beim L 28 um den ersten nach dem letzten Weltkrieg von Hanomag neu entwickelten LKW, der auch ganz zivil als Kipper oder Möbelwagen seinen Dienst im Wiederaufbauwunderland versah. Die hochbeinige Allrad-Varinate AL 28 im öffentlichen Dienst wurde dann auch über zehn Jahre länger als die Zivilversion gebaut.
Erst 1971 fiel der Hammer. Sieht man mal von der Standheizung ab, die auch das lediglich mit einem Planendach verschlossene Cabrio mollig warm macht, ist es mit dem Komfort der blattgefederten Allradler nicht weit her. Naja, und die Geschwindigkeit mit dem 2,8-Liter Diesel und 70 PS war dann mit einer Spitze von 72 km/h auch schon in den Siebzigern eher bescheiden – von wegen schneller Überraschungseinsatz. Die jüngsten sind damit jetzt auch schon 43 Jährchen alt und heißen dank der Vereinigung mit der anderen LKW-Sparte von Rheinmetall schon Hanomag-Henschel. Der allerletzte soll ans THW gegangen sein…

Das ficht aber weder Volker Barthmann noch sein Gäste an. Die sind rundweg begeistert. Wer kann schon von sich behaupten in solch einem martialischen Auto-Saurier gefahren zu sein. Und deshalb gibt es auch einen weiß lackierten AL 28 in Barthmanns Flotte – für Hochzeiten natürlich.

Noch mehr Infos zu Volker Barthmanns „Überfallkommando“ gibt’s hier: www.hanomag-tours.de